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Arabische Berichte von Gesandten an germanische Fürstenhöfe aus dem 9. und 10. Jahrhundert : ins Dt. übertragen u. m. Fussnoten versehen von Georg Jacob
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dem Sternmoos (tuhlub 1 )) gleicht und von ihnen rnuch*) genannt wird; es vertrittauch die Stelle des Pechs für ihre Schiffe 8 ). Sie bauen einen Ofen (känün*)) ausSteinen in einem Winkel derselben (nämlich: der Bude) und lassen oben, ihm(dem Ofen) gegenüber, eine Öffnung, damit der Rauch abziehen kann. Sobald esnun warm wird, sperren sie jene Öffnung ab und verschließen die Tür der Bude.Drinnen sind Wasserreservoirs; sie gießen nun jenes Wasser auf den glühendenOfen, so daß Dämpfe aufsteigen. Jeder von ihnen hält ein Bündel dürres Kraut(haschisch) in der Hand, mit dem er Luft zu sich heranfächelt; dann öffnen sichihre Poren (masämmu-hum), das Überflüssige ihrer Körper kommt heraus, und esströmen von ihnen Gießbäche; und nicht ist an einem von ihnen Krätze, nochGeschwür, und sie nennen diese Bude izbä 6 ).

Ihre Könige reisen in großen, rollenden und hohen Wagen auf vier Rädernund vier soliden Stangen, rechtwinklig, an denen eine Sänfte (haudadsch) mitfesten Ketten aufgehängt ist, die mit Brokat bekleidet wird, so daß der darinSitzende nicht die Erschütterung des Wagens mitmacht. Auch für Kranke undVerwundete richten sie solche Wagen her.

Die Slawen führen Krieg mit den Rüm"), Franken, Langobarden und andernVölkern, und das Kriegsglück wechselt zwischen ihnen.

*) Nach Abu Hamid, Tuhfat al-albäb, Gothaer Handschrift 1501, Bl. 28b, wächst diese sonstselten genannte Kryptogame im ägyptischen Heliopolis auf Grund der Feuchtigkeit, die vonden Obelisken abtropft.

2 ) Äx Konjektur von Rosen, die ich für gesichert halte; Text ^>-t 'udsch; russisch moch

Moos; wir haben das Wort in Danzig noch in Pomuchel = Dorsch.

') Rosen wollte aus dem li-saqji-him (für ihr Begießen) des Textes li-asqijati-him (für ihreSchläuche) machen; besser erscheint mir die oben wiedergegebene Konjektur de Gocjes li-sufuni-him (für ihre Schiffe).

4 ) Die richtige Bedeutung des Wortes an dieser Stelle (Ofen, nicht Herd) erhellt aus denUntersuchungen von Viktor Geramb, Die Kulturgeschichte der Rauchstuben: Sonderabdr. ausWörter und Sachen IX, Heidelberg 1924, und von demselben, Die geographische Verbreitungund Dichte der ostalpinen Rauchstuben: Sonderabdr. aus der Wiener Zeitschrift für Volkskunde,30. Jahrg., Wien 1925. |

*) Text: al-atibbä' die Arzte, was einem aus dem Zusammenhang erwachsenen Etymologi-sierungsversuch eines Abschreibers sein Verdoppelungszcichcn zu verdanken scheint; wenn manal-" als Artikel absondert, bleibt für den Rest die Möglichkeit der Vokalisation itba und mitZufügung eines Punktes izbä, ein slawisches Wort, russisch izba Hütte, entlehnt aus dem Ger-manischen, deutsch: Stube.

) Rüm (= Römer) bezeichnet bei den Arabern meist die Romäcr (Byzantiner), vgl. denersten aus QazwinS übersetzten Artikel, S. 21.