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Arabische Berichte von Gesandten an germanische Fürstenhöfe aus dem 9. und 10. Jahrhundert : ins Dt. übertragen u. m. Fussnoten versehen von Georg Jacob
Entstehung
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EINLEITUNG 7

Bischof Agobard von Lyon Klagen über die dortigen Juden, daß sie aus Deutsch-land auf der Rhone und über Marseille Sklaven ausführten und an die Muhamme-daner verkauften.Ein Zentrum des Sklavenhandels", sagt Caro a. a. 0., S. 191,war jedenfalls die Hauptstadt Böhmens. Zu den Ursachen, deren wegen der hl. Adal-bert (989) sein Bistum Prag aufgab, gehörte, daß er sich außer Stande sah, alleKriegsgefangenen und Unfreien der Christen, die ein jüdischer Kaufmann um Golderstanden hatte, auszulösen." Vielleicht war dieser Kaufmann unser Ibn Ja'qüboder einer seiner Handelsfreunde, der Rahdäntje der altarabischen Geographen.Eine letzte Schwierigkeit besteht noch darin, daß Widukind (III, 75) sagt:post suseeptos ab Africa legatos, cum regio honore et munere visitantes, secumfecit manere 1 ). Die morgenländischen Quellen wissen aber nur von einer arabischenGesandtschaft aus Spanien, nicht aus Afrika. Soll man zwei Gesandtschaften undje eine Lücke in den Berichten annehmen? Es liegt doch wohl näher, an eineVerwechslung bei Widukind zu denken, der vielleicht, übrigens nicht mit Unrecht,das maurische Andalusien schon als Afrika ansah oder erfuhr, daß Ibn Ja'qüb,der Vermittler der Verständigung, aus Afrika kam. Ich gebe gern zu, daß auchandere Kombinationen möglich sind; die hier ausgeführte scheint mir aber größereWahrscheinlichkeit zu haben als die bisherigen.

*) Auch die Widmung von Widukinds zweitem Buch an Mathilde, die Tochter Otto desGroßen, spielt wahrscheinlich auf diese Gesandtschaft an mit den Worten: quamquam in AfricamAsiamque patris tui jam potestas protendatur.