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2 EINLEITUNG
ebenfalls von Herzfeld entdeckt wurde 1 ) und die beiden Männer, welche einhalbes Jahrhundert später am Hofe Otto des Großen zusammentrafen, Tar^üschiund Ibn Ja'qüb, deren Berichten diese Publikation vorwiegend gewidmet ist.
Abu 'Obaid 'Abdallah al-Bekri (t 1094 D.), der zu Cordova über arabischeErdkunde und Poesie arbeitete, hinterließ unter anderem ein Kitäb al-masälikwal-mamälik (Buch der Wege und Länder), von dem der spanische GelehrteGayangos eine vollständige Handschrift besaß. Eine zweite wurde durch Schefcrin der Bibliothek der Nür-i-'Osmanje zu Konstantinopel entdeckt. Dieser ließeine Abschrift anfertigen, welche de Goeje in Leiden benutzte und in ihr den Berichtdes Juden Ibrahim ibn Ja'qüb über die Slawcnländer auffand. Da die richtigeLesung und Identifikation der Namen große Schwierigkeiten verursachte und dieBeihilfe eines Historikers wünschenswert erscheinen ließ, wandte sich de Goejean den Akademiker v. Kunik in Petersburg, welcher wiederum mit einem orien-talistischen Beirat daselbst, Baron von Rosen, sich an die Arbeit machte. 1878erschien von den beiden letztgenannten Gelehrten der arabische Text mit russischerÜbersetzung und russischem Kommentar. Zwei Jahre später veröffentlichtede Goeje in den Vcrslagen en mededcelingen (afd. letterk. 2 de reeks deel 9, S. 187bis 216) eine holländische Übersetzung und Untersuchung unter dem Titel: Eenbelangrijk arabisch bericht over de slawische volken omstreeks 965 n. Chr. Dieseübertrug Wigger noch im nämlichen Jahr in den Jahrbüchern des Vereins fürmecklenburgische Geschichte (XLV) ins Deutsche, indem er als Lokalhistorikcrnoch manchen Beitrag zum Verständnis beizusteuern vermochte. Der BerlinerHistoriker Wattenbach gab 1882 in der Neubearbeitung der Geschichtschreiber derdeutschen Vorzeit (10. Jahrh., 6. Bd., 2. Aufl., S. 138—147) Abraham JakobsensBericht über die Slawenlande vom Jahre 973; die Übersetzung geht lediglich aufdas Holländische zurück, obwohl es leicht gewesen wäre, einen Arabistcn hinzu-zuziehen; sie ist heute, wie die Fußnoten, völlig veraltet. Neue Feststellungendagegen gelangen W. Schulte, der sie zunächst in der Wissenschaftlichen Beilageder Leipziger Zeitung vom 2. Februar 1892 unter dem Titel „Eine Reise durchSachsen vor 900 Jahren" und sodann im Archiv für Landes- und Volkskundeder Provinz Sachsen 1892 „Ibrahim ibn Ja'qübs Reiselinie durch die heutigeProvinz Sachsen nach Böhmen" veröffentlichte. Im April 1892 hielt ich meineGreifswalder Antrittsvorlesung „Zwei arabische Reiseberichte über Deutschlandaus der Zeit Kaiser Otto des Großen", die in dem nämlichen Jahre im 4. Heftmeiner Studien in arabischen Geographen im Druck erschien; hier wurde zumerstenmal der Bericht des Ibrahim ibn Ja'qüb mit dem eines arabischen Zeitgenossenkombiniert, den ich aus Zitaten zusammengestellt hatte, und auf welchen ich so-gleich näher zu sprechen komme. Einen weiteren Fortschritt bedeuteten danndie fleißigen Arbeiten von Friedrich Westberg in Riga: Ibrähim-ibn-Ja'qübsReisebericht über die Slawenlande aus dem Jahre 965 in den Memoiren der Peters-burger Akademie (8. Serie, Vol. 3, Nr. 4), Petersburg 1898, und russisch: Kom-mentar zu dem Bericht des Ibrahim ibn Ja'qüb, Sankt Petersburg 1903. Kleinereverstreute Notizen zu Ibrahim ibn Ja'qüb übergehe ich, da sie meist bei Westberggebucht, auch vielfach nicht stichhaltig sind. Für eine Neuausgabe des Textes,der schwer erhältlich ist, konnte ich bisher keinen Verleger finden, eine solche ist
x ) Vgl. Harrassowitz, Ephemerides orientales No. 28, Januar 1926. — Vgl. Frähn, IbnFoszlan's und anderer Araber Berichte über die Russen älterer Zeit, Petersburg 1823; Ibn Foszlänom nordiske Begravelscsskikke, fra det Arabiske oversat og med Anmajrkninger oplyst af C. A. Holm-boe, Christiania 1869.