—dann die nothwendigen Staatsverbesserungen keinenWiderstand mehr finden, und das, was jetzt nurFehler der Verwaltung und nicht der Verfassung ist,würde ohne alle Reform von selbst verdrängt werden.Alle würden mit gemeinschaftlicher Kraft an demgroßen Werk arbeiten, den Staat dem Ideal einervollkommenen Staatsverfassung näher zu bringen,und wenn diese unendliche Idee eines vollkommenenStägtes in der Endlichkeit je verwirklicht werdenkönnte; so wäre es da am ersten zu erwarten, woalle, denen die Staatsverwaltung anvertrauet ist,eine gründliche Einsicht und Kenntniß der Rechte,deren Sicherung Zweck des Staates ist, besitzen,und zur Erlangung derselben die Lehranstalten zweck-mäßig eingerichtet sind.In dieser Hinsicht halte ich es für nöthig, undglaube auch diese Schrift nicht besser schließen zukönnen, als daß ich die jungen Freunde der Rechts-wissenschaft, zu deren Wohl ich dieselbe bearbeitethabe, mit Achtung und Liebe für ihre Wissenschaftzu erfüllen suche, und desfalls ihnen zeige, wie ehr-würdig und wichtig die Rechtswissenschaft, aus demwahren Gesichtspunkte betrachtet, ist. Wer es ein-sehen kann, daß in dem Streben nach höchster Ein-heit — nach dem Absoluten, Unbedingten — der Cha-rakter der Vernunft besteht, und Sittlichkeit dasHöchste im Menschen ist; wer bey sich überzeugt ist,daß alle Menschen als Glieder eines Vernunftgan-zen verpflichtet sind, nach wechselseitiger gemeinschaft-lichen Veredlung handelnd zu streben, mithin dieWirkung und Erweiterung der moralischen Selbst-
Druckschrift
Entwurf eines Lehr- und Studienplans für juristische Akademien, mit Rücksicht auf das Herzogthum Berg : nebst Beleuchtung der Ideen des Fhrn. von Proff und anderen über diesen Gegenstand
Entstehung
Seite
42
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