Druckschrift 
Herrschaft und Dienst
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

nähme der Herrschaft weckt das gebundene: wie das licht ohneden auffangenden körper keine wärme wirkt, so wird die GeistigeTat des Herrschers ohne die offene seele in das leere weltallfallen, nirgends haften und sich in der furchtbaren quäl der ein*samkeit vernichten: wie der schoss der erde ohne den segen derwölke kein fruchtbares wirkt, so wird die seele ohne den strömder Herrschaft verschlossen bleiben: aber der lebendige kreislaufbeginnt im augenblicke, wo der schenkende kelch des Herrschersden schlürfenden durst des Dienenden empfindet und mit dersteigenden begierde von unten nach oben die neigende erfüllungvon oben nach unten so lange gewähren muss, bis auf dervierten stufe, der Einung »das gleichgewicht der ungeheurenwage« erreicht und der Dienende ein Sohn des GeistigenReiches wird.

Die möglichkeiten der Einung sind so zahlreich wie die unter*schiedenheiten derer, die sie erleben und dennoch ist von keineretwas anderes auszusagen, als dass sie den erlebenden mit demwesen der Herrschaft ganz erfüllt und so verwandelt, dass vonnun an alle innerungen und äußerungen seines lebens in eineunverrückbare beziehung zu ihr gesetzt sind, sein fühlen undsein handeln sich willentlich und unentrinnbar in einem ge<=schlossenen ringe vollzieht und kein stolz grösser und befrieden*der ist, als seine gewissheit, es diene die entwirkung und er*höhung seiner eigensten natur zugleich der erfüllung und voll*endung des ganzen grossen körpers.

In dieser folge der Einung hat er die letzte stufe, den bleibendenZustand des Dienstes erlangt und wie der Herrscher sein ver*hältnis zum weltgrunde als kult erfasst, so hat der Dienendesein Verhältnis zum herrschaftsgrunde als kult erfasst und da erso sein einzelwesen in einen gültigen kreis des daseinsbeschlossen,

60