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Herrschaft und Dienst
Entstehung
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VORWORT

SEIT der ersten ausgäbe dieses werkes, welche MelchiorLechter mit den hohen Sinnbildern des Reiches, der Herr«schalt und des Dienstes schmückte, ist ein Jahrzehnt ver«flössen, in dem die Staaten und sitten der europäischen gesell«schaft bis auf den grund erschüttert wurden. Kurz bevor dergrosse weltbrand auch dem blödesten den drohenden verfall er«kennbar machte, hatte der Dichter nochmals seine stimme er»hoben und war abermals auf taube ohren getroffen. Jetzt sehenalle den notwendigen Untergang, aber jeder sieht im andern denvom spruch des Sehers gescholtenen und keiner sucht den grunddes Unterganges in sich selbst. Sie trösten sich mit der unent»rinnbarkeit des Schicksals und schliessen die äugen vor demdrohenden winke des göttlichen fingers. Die noch nicht blindwaren, blenden sich selbst: sie wollen den Herrn der Wendenicht bekennen, weil sie in ihm nur den Rächer, nicht den Retterspüren.

Wir geleiteten in unserem buche den Geistigen Herrscher bis zujenem erhabenen jähre, in dem der Gott und Retter ihm erschien:

Da kamst du spross aus unsrem eignen stammSchön wie kein bild und greifbar wie kein träumIm nackten glänz des gottes uns entgegen:Da troff erfüllung aus geweihten händenDa ward es licht und alles sehnen schwieg.