dieser Schlichtheit erst recht das Bild des Reichtums und Glanzes auf, wiees die Legende um George zu sehen liebt. Es ist auch für die Person desMeisters gleichgültig, ob er in der Frühzeit, als es gegen die tüdeskePlumpheit nottat, die geschmackvolle Kleidung des Mannes von Welt be-vorzugte oder später im schlichten Mantel und der rauhwolligen Mützeging. Keine äußerliche Wandlung noch die lange Gewohnheit konnte vomZauber seiner Erscheinung nur das Geringste abdingen und wenn er dieSchwelle der Tür betrat, schlug oft schon die Luft eines Ungewöhnlichendem öffnenden entgegen. Jeder der ihm begegnete und ein kurzes oderlanges Stück des Weges mit ihm ging, wurde von ihm bis ins Innerste er-schüttert, empfing den Ernst einer bisher unbekannten Verantwortungvon ihm, und mochte er gehen oder bleiben, widerstreben oder lieben: ermußte eine Wandlung seines Selbst, eine Veränderung seiner Lebensbahnvon dieser Begegnung mit sich nehmen.
Zur Zeit als den ernüchterten Europäern die Unabwendbarkeit des Un-tergangs dämmerte, hatte er schon die frohe Botschaft des abendländi-schen Aufgangs unter den Deutschen verkündet und das Erdenreich desschönen und streitbaren Menschen sicher gegründet. Er gab der Jugendum ihn das Gefühl der beginnlichen Welt: das Ende, der Sumpf liegt hin-ter uns und wir sind der Anfang! Es gilt kein Zurück ins Archaische, Pri-mitive, Urmütterliche oder wie die Täuschungen heißen. Der Meisterselbst ist Urseele und bringt das junge Licht. Denn der große Liebendesteht immer am Anfang der Zeit, ihm taucht die Sonne der Welt zumersten Male über dem dunklen Umkreis auf, den ganzen Bogen der Bahnsieht er vor sich und grüßt den beginnenden Tag. Am Verhältnis zu ihmerweist sich, ob unser Volk noch fähig ist, seinem und den großen BildernUnserer Väter auf einer neudurchglühten Erde zu entsprechen oder ob ernur als Richter über uns stehen soll, dessen gewaltiger Glaube die Ver-sagenden verdammt. Noch ist es eine kleine Schar, die ihn nicht als Rä-cher und Verächter über sich, sondern als Freund und Führer neben sichfühlt. Aber die schon Graugesträhnten wie die Jüngsten von ihr bekennenUnd bezeugen ihn als ihren Ursprung. Sie, die Söhne der Blätter, sind seinAufbruch, sein Volk und sein Reich und ihr Stolz glaubt daran, daß dieErdensaat Georges weiter aufgehen und wachsen wird: bewehrt aber ge-schmeidig, hart aber schön.
Hemmt uns! untilgbar ist das wort das blüht.Hört uns! nehmt an! trotz eurer gunst: es blüht —Übt an uns mord und reicher blüht was blüht!
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