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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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mußte die leiseste Gebärde des Bejahens oder Versagens, mußte dasLächeln oder Verstummen für den Feinhörigen und Helläugigen allesNötige sagen, ihr Mißkennen zur Entfremdung, ihr Mißachten zum Brucheführen.

Wird man noch immer behaupten,die Jünger" hätten diesen Meisterverdorben? Sie seien seine Feinde durch Übertreibung oder Beschrän-kung? Glaubt man noch immer sein Werk wäre besser bei denen ver-wahrt, die ihn nicht liebten . . er hätte besser auf die Schriftgelehrten undKritiker gebaut oder jene die ihn zu verehren vorgaben und ihres We-ges gingen? Dieser nie zu täuschende Kenner der Geister und Herzenhörte auch aus dem Übermaß und noch aus jugendlicher Verschrobenheitder Äußerungen den echten Ton der Liebe wie noch aus der scheuestenVerhaltenheit die Fülle eines ehrenden Herzens heraus, und vier Jahr-zehnte haben ihm recht gegeben, daß sein Blick noch keinen übersah, derspäter aus Eigenem etwas geworden wäre. Die Seinen nehmen gern denVorwurf auf sich, daß sie den Meister zu einer Idealgestalt erhöht hätten,die der Wahrheit kaum entsprechen könnte. Jedenfalls ist das Bild der Ver-ehrenden richtiger als jenes das wir im Laufe unserer Erzählung von seitender Widerstrebenden kennenlernten, die sich nicht anders mit dem Geniusin Beziehung setzen konnten als dadurch daß sie eine Fratze aus ihmmachten.

Die Bürde dieses Meisters ist nicht leicht und sein Joch nicht sanft-aber so hart auch seine männliche Liebe ist, so ist sie dennoch heute di egrößte und die beglückendste der Erde und alle die sie kennen, fühlen vorihr das Wort eines Freundes:Wenn wir bedenken was vor unsern Augengeschieht: was sollten wir tun und wie wenig tun wir!" Denn dieser Me>"ster ist ganz Werk geworden, aber noch über das Werk hinaus in seinerkörperlichen Gegenwart persönliches Vorbild für Tag und Jahr, ein steterKompaß und Wertmesser für Tun und Lassen: die nahe und doch umumgreifbar hohe Erscheinung an der das Dasein erst seinen Sinn erhält-Die Verantwortung, die er jedem aufbürdet, trägt er selbst am schwersten-er führt sein leibliches Leben bis ins Letzte im Einklang mit seinen 1Werke, und keine Schwäche und kein Ausweichen öffnet denen, die ihmfolgen, einen Ausweg ins Private, Lässige und Ungestalte. Wert und Umwert, Wesen und Unwesen scheiden sich vor diesem Manne so klar, da'jeder Selbstbetrug zu Boden fällt und daß nur wachsen kann, was vonihm im Kern des Herzens berührt den ganzen Menschen von der innerebis zur äußeren Form gestaltet. Er erspart keinem den Kampf mit d eäußeren Geschicken und läßt jeden sein Leben selber schmieden. Aber eiBlick auf die Haltung des Meisters vor dem schwersten Schicksal u°

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