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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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Jüngling ganz in seine Flamme reißen können. Er liebte und wurde ge-liebt, wie kaum einer der irdischen Menschen, aber dieser Gabe- und Hin-gabe-Bereite war zugleich mit einer unsichtbaren Mauer umgürtet, warzugleich der Sprödeste immer Fernste und Abschiedbereite, den auch diewilligste Liebe und Freundschaft trauernd über ihr Ungenügen mußteziehen lassen. Erst den Mann bannte der jüngste der Freunde ganz undgab seiner Liebe die höchste Erfüllung. Denn menschliches Werk undReich können vor den ewigen Maßen wenn nicht unvollendet, so dochunvollkommen erscheinen und selbst ihr Schöpfer kann sie noch schönerund größer ersehnen: die Liebe aber muß einmal ihre ganze Vollendungerfahren, wenn sie das Leben erneuern soll, und einmal muß auch derGrößte im Tiegel des göttlichen Minners bis zum letzten Korne umge-Schmolzen werden, damit er selbst die Herzen in seinen Gluten schmelzenUnd wandeln kann. Wie die großen schöpferischen Liebenden unsererMenschengeschichte hat George die Einzigkeit seines Erlebens an derSpanne zwischen sehnsüchtiger Qual und endlicher Erfüllung gemessen:

Da drang aus dir ein solcher schrei zu SternenDali erde nicht noch himmel ihn ertrugUnd antwort kam mit solchem ton von SternenWie vormals keines sterblings ohr vernahm.

Die Wenigen, welche so reden dürfen, haben Gott von Angesicht zuAngesicht gesehen und sind selbst die lebendige Liebe. Das Geheimnis ist"Timer gleich, wenn auch seine Erscheinung nach der Not der Zeit sichhandelt. George blieb auch in seinem höchsten Gotteserlebnis der Trägerd er männlichen harten Liebe, ja er erfuhr sie erst ganz, indem der Führer2 Um Geführten, der Geliebte zum Liebenden ja daß kein SchmerzUn d keine Schmerzüberwindung in der Liebe ihm erspart bliebe, der ganz"^sitzende zum ganz Verlassenen wurde.

Die Kraft seiner Liebe ertrug auch diese Prüfung und gedieh in ihr2u r höchsten Reife und zum vollsten Reichtum. Sie verschenkte sich ganzan Werk und Mensch und forderte alles für Staat und Reich. Es ist einegütige und harte Liebe zugleich und in jedem menschlichen VerhältnisGeorges drückte sich ohne sein willentliches Zutun ihre Doppelart in demgebenden und heischenden Wesen des Meisters aus. Seine klare rauch-lose Flamme sprengt alles Feindliche weg, reißt alles Freundliche mit hin-au *- Es gibt kein Beharren in ihr, ohne ihm in Sein und Wirken Genüge2u tun, Schwäche und Frevel sind vor ihm fast dasselbe und das Ver-den in Tat und Reich ein Versagen der Liebe.Es ist nicht leicht",Sa gte der Meister einmal,die Leichen ehemals Befreundeter hinter sich

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