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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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undAnteillosigkeit". Denn zwischen ihm und dem staatlichen Stoffherrscht das zwingende Gesetz des formenden Willens, der weiß, daßLeben sich vom Leben nährt und nur durch Opfer besteht. Da er selbstsich ganz und ohne Rückhalt einsetzt, so erkennt er auch keineinnere"Freiheit noch ein privates Leben an, wo der Mensch ein ungebundner oderandrer als im Staate sein kann. Was man an George als das Auslöschenseiner privaten Gefühle, Bedürfnisse und Erlebnisse bezeichnet hat, istnur ihre Einbeziehung in sein staatliches Herrschertum. Der Verzichtauf das Sichtbarwerdenlassen rein individueller Züge und Bedingtheiten,das Verschweigen ja Vernichten des Nur-Persönlichen ist nur das deut-liche Zeichen des ihmzubedungenen Ranges", auf dem er jedem tasten-den Zugriff von Freund und Feind entzogen ist. Diese unantastbare undunnahbare Sphäre wird durch keine noch so tiefe Freundschaft aufgehoben,durch keine noch so tiefe Feindschaft ausgelöst. Es ist die Sphäre, ausder sein unbestechliches Urteil über Welt und Menschen, sein illusions-loses Wissen vom falschen und richtigen Handeln stammt. George hatnie Illusionen über das Menschlich-Erreichbare gehabt wie Nietzsche,von dem er sagte:Nietzsche erwartete von jeder Schrift eine Wirkungauf Gesamt-Europa und stellte sein Tun darauf ein" .. er setzte noch einegeistige Gesellschaft voraus, die nicht mehr da war auch seine nächstenFreunde wurden Philister: so zerbrach er. George hat auch nie geglaubt,man könne durch äußere Zurschaustellung eines anderen Lebens dieZeit verwandeln, wie der Verführer Derleth vorschlug:Mieten Sieeine Zimmerflucht in der Brienner Straße und lassen Sie sie kostbar aus-statten Sie haben ja so Leute die pinseln können. Halten Sie großeEmpfänge ab und machen Sie die Welt von sich reden"Man würdeeinen Winter davon sprechen", antwortete der Meister,und die Kranwäre nutzlos vertan". Er hat nie geglaubt wie die Kosmiker, von derStube aus oder vom Waldwinkel her die Welt durchzaubern zu könner»'Ihr leises Zaubern traf ebensowenig jemanden wie Nietzsches Schrei """beides verhallte, war nach Georges Meinung nicht welterfahren und dahernicht weltgültig. Er sah was in der Zeit war und was an der Zeit warund besaß die unerlernbaren Mittel des Handelns, mit denen allein dieleibhafte Tat vollbracht wird. Er mied dasabsolute" Tun, das jedemMächtigen nahe liegt und besonders den Deutschen, aber auch das flüc»'tige Tun, das mit Tag und Jahr verweht .. er verabscheute das Hände« 1ins Allgemeine aber auch die Versuche der plötzlichen Umbildung alsunwirksames oder unmenschliches Fordern für sein Reich gab es nurein bestimmtes Wirken von Mensch zu Mensch, ein langsames Wachsevon Mensch zu Mensch auf gesichertem Boden und in umgrenztem Raum-

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