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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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ßen herrscherlichen Menschtums von ehmals nicht. Dennoch wäre der letztestaatliche Sinn nur halb erfüllt und das Reich nicht wirklich geworden,wenn sich die Sphäre der Herrschaft nicht durch die Sphäre des Dienstesgeschlossen hätte. In der Natur Georges entsprach dem herrscherlichenAnspruch die dienende Hingabe mit der gleichen Mächtigkeit. Es war dasWunder Maximin, daß diese Entsprechung an einem menschlichen Ge-schehen erscheinen konnte, es ist das Wunder des SIEBENTEN RINGS, daßdieses Geschehen auch im Gebilde verewigt ist. Damit war der Höhe desstaatlichen Menschtums erst die Tiefe gegeben, war zur Würde und Ho-heit des einen der Adel und die Ehrfurcht des andern getreten, war demeinzigen der Weg zu den gleichen, ja über alle Stufen hinab zu den vielenund ihnen der Zugang zur herrscherlichen Mitte geöffnet. Das Geben undNehmen von Mann zu Volk begann und ob George sich zuwandte oder ab-kehrte, ob seine Hand schenkte oder geißelte, dasKnüpfen der zersplißnengoldnen Fäden" hatte wieder begonnen, und ihr Gewirk ist Liebe undKampf, Herrschaft und Dienst.

George hatte seinen Stand seit jenem Ereignis nicht gewechselt, nursein geistiges Vermögen war ganz entfaltet worden. Er blieb Gegner derbestehenden Gesellschaft um einer höheren Ordnung, Gegner des bürger-lichen Staates um einer höheren Form, Gegner der Eingereihten und desMassenmenschen um des vollkommen staatlichen Menschen willen, aberdie Art des geistigen Herrschers und sein Verhältnis zu seiner SchöpfungWurde von jetzt ab in deutlicheren Umrissen sichtbar.

George hatte die Macht erhalten, die durch sein Werk gebildeten Men-schen nun zu Trägern seines Reiches zu machen: er gab ihnen die Augenfür das nötige Opfer von oben und von unten, er lehrte sie führen und die-sen zugleich. Denn wer das Göttliche in sich trägt er nenne es Idee oderSohnschaft, Schicksal oder Stern muß es in Glück oder Not als leben-dige Ordnung in die Menschenwelt wirken, und die in ihm das GöttlicheVe rleiblicht sehen, müssen ihm dienen und sein Gesetz als Glück oder Notau f sich nehmen, damit sich in Schöpfer und Geschaffenen das Erdenwerkv ollende. Dennder Mensch, wo er bedeutend auftritt" sagt Goethever-hält sich gesetzgebend", und ob er das höchste Amt im Volke besitzt oderer wirbt oder auf jedes verzichtet: immer hat er die höchste Würde im^olke und es kennzeichnet ein Volk, wie weit es diese Würde begreift unddem göttlichen Führer folgt: wie weit es vernichtet was er für vernich-te nswert erklärt, wandelt was er für wandelnswert erklärt und aufbaut,w as er für den nötigsten Bau erklärt. Wie er sich selbst beherrscht, so willder Herrscher allem Triebhaft-Dumpfen und Tierhaft-Gierigen die Zügeld ß r geistigen Ordnung anlegen, und scheut nicht den Vorwurf derKälte"

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