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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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sten Stufe der Gesellschaft, nicht von denallgemeinen Menschenrech-ten" aus. In der Zeit, wo alles Große auch auf den Thronen herab-gedrückt und alles Kleine ohne Recht und Sinn übersteigert wurde, littGeorge wie keiner an der Not des Untergangs aller hohen Menschenbilderund am Verlust jeder adligen Menschenart, für deren Bildung und Er-füllung alle bestehenden Einrichtungen der bürgerlichen Gesellschaftweder Raum noch Nahrung boten. Diese Seelenlage des europäischenMenschtums war von keinem Punkte der vorhandenen Praktiken oderTheorien des Staates zu ändern. Sie erforderte die Schaffung einer neuengeistigen Sphäre für ein Menschtum, das aus einer gänzlich gewandeltenAnschauung vom Aufbau staatlicher Gemeinschaft die Lebensformen er-zeugen könnte, die George als Bild einer würdigen Daseinsweise des Vol-kes in sich trug.

Wir haben im Werk und Leben Georges verfolgt, wie der Widerstreitzwischen seiner geistigen Schau und seinem Willensanspruch sie auch inZeit und Leib zu vergegenwärtigen, die höchste Gefahrenkurve seines Lei-dens und Handelns aufzeigt wie es ja bei allen großen Stiftern undTätern der Fall ist. Wer die höchste Weihe empfangen hat, ist wohl gegenVerletzung und Verlust seines inneren Bildes, aber nicht gegen Stoß undSturz auf seinem Wege, nicht gegen Fall und Untergang bei der Bewälti-gung seiner eigenen und aller fremden Kräfte gefeit. Jeder herrscherlicheMensch will sein Höchstes in gegenwärtiger Stunde leben und will zu-gleich sein Reich durch Räume und Zeiten dehnen: zwischen der Entfal-tung seiner Natur und der seines Reiches geht für ihn die gefährdete Bahn-Daß George der Dichter war, dem Gestalten und Reifen höchstes Gesetzist, ließ ihn die Abgründe meistern, an die sein Tätertrieb ihn führte. Wasder Herrscher als Andrang ins Gegenwärtige fühlte, rief der Dichter m sWerk, was jener an Menschtum um sich sammelte und formte, trieb de rDichter zum Werk. So verstanden wir den Pilger, den Cäsaren und Königund noch den unter dem Engel sich beugenden Meister, so das Ringen umdie Seele jedes Gefährten und den Kampf mit den Kosmikern: Georg espeicherte Drang und Trieb zu wirken alsKeim und Nähre" ins Werk-Was den Dichter hätte vernichten können, ging in die künstlerischen Ge-bilde tathaft ein. Damit bewahrte er seine Natur in doppeltem Sinn, näm-lich vor dem was er nach edlerer Art nicht tun durfte: im Ungemäß enund Gemeinen wirken, und weiter vor der Gefahr: an der Unterdrückungeines mächtigen Triebes zugrunde gehen. Indem das Werk diesen aufnahmwar für das Reich ein Großes gewonnen: ganze Strecken des Weges zu ihmwaren von Schutt und Drachen geräumt und wer ihn mit George beschritt'war vom Ekel am staatlichen Heute geheilt und verlor auch die Bilder gr°"

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