Die Werke Georges sind die Stationen des Leides und der Freude aufdiesem vor vierzig Jahren begonnenen Weg.
Wir haben den Dichter auf dieser Bahn der Werkentstehung in unsererGeschichte geleitet, wie er die großen Kulturen unserer Geschichte, dieZeiten des Jahres und das Grauen des entgötterten Alls in seine leben-dige, immer dichter, immer leiblicher werdende Seele zog, wie endlichsein männlich reifer Geist sich selbst zum Gesetz, zum Boten und Führerwurde und die ganze geistige Welt sein inneres Eigen war. In allenjugendlichen Lockungen und leidenschaftlichen Fahrten, in allen WonnenUnd Schaudern eines erträumten Königtums, in allen Flügen und Stürzender Seele hatte er sich nie verloren, sondern sein Suchen und Schwärmen,Sehnen und Dulden als werkhafte Siegeszeichen des Dichters aufgerichtet.Aber der sich nie verlor, konnte sich auch niemals ganz verschenken undblieb im Reichtum seiner Fülle der Ärmste und Einsamste, der mitten imLeben den Tod erfuhr und sich ihm ergab: auch das Ende der Fahrt noch•m Lied preisend. Erst auf dem eisigen Scheitel und kurz vor dem dro-henden Absturz geschah das Undenkbare, daß das Wunder seiner leib-gewordenen Sehnsucht zu dem Einsamen trat, daß er seine ganze HabeUnd Liebe, sein menschliches Herz und sein geistiges Gut an den Ge-liebten und Liebenden hingeben konnte. Wir haben erfahren, wie er auchdieses verleiblichte göttliche Leben nach dem irdischen Abschied insWeiterzeugende Gebild der Dichtung bannte und im Gesang den Todüberwand. Wir versagen uns hierauf tiefer einzugehen, da wir glauben,Ulan habe genug damit zu tun: das Geschehene als Sinnbild zu begreifen,^un strömten alle dem Innern gewonnenen Besitze mit dem göttlichenF euer durchglüht, mit dem Doppelatem der Liebe geschwellt in dieUienschliche Welt zurück. Der die Verschmelzung des Ich und Du inder höchsten Fülle erlebt hatte, konnte nun zum Erwecker neuer Lebens-formen der menschlichen Gemeinschaft werden: den Bund fügen unddas Reich gründen, bis über die Ränder der Zeit und Gegenwelt dringenUnd sein zweimal geborenes Wesen auf alle Körper und Kräfte der Erde,a uf die Elemente des sinnlichen Seins und Wandeins dehnen. Wozu derSchüler ausgezogen war die lebende Weisheit der Leiber, der Blumen,der Wolken und der Wellen zu suchen, das hatte der Meister im Men-schen gefunden und formte es wieder zu menschlicher Welt.
Sein Dichterwerk ist Geburt und Schicksal dieser Welt, das Gedichtbeschließt jede Phase ihres Werdens in sich und solange sein Atem diekommenden Leben durchströmt, wird auch seine Dichtung durch die Ge-schlechter weiterwachsen. In ihr wurde alle verlorene oder verschütteteGröße unserer Geschichte und alles Tote einer verstofflichten Natur
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