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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
Entstehung
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531
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Härte der Freundschaft beleuchten. In der Antwort auf denZweifel derJünger" hat dieses Doppelgesicht der meisterlichen Liebe im alten Sinn-bild seine härteste Prägung erhalten.

Über dieses innerste Verhältnis hinaus weisen andre Sprüche warnendund richtend auf die Lehren und Lehrer der Zeit und der große Erzieherund Bildner grenzt in ihnen das Reich seines persönlichen Bildens schroffgegen alle mystischen Seelenfänger, wahllos versuchende Taster und welt-bewirkende Weisheitkundige ab. Wer in meinem Reiche recht gehört undr echt geliebt hat, spricht der strenge Dichtermund, bedarf der ErfahrungUnd Weisheit der andern nicht und wer von hier als Ungeweihterins Le-ben geht", hatden höchsten Gott" den fruchtbaren Augenblick versäumt.Die Gestalten der Jugend aber, welche die letzten Sprüche ins bleibendeUd erheben, sind die schönste Gewähr und Hoffnung der neuen Erde. EsSind dieselben, die von Beginn an durch sein Werk geschritten sind: vomlugendlichen Prinzen bis zum Saitenspieler, vom kindlichen Tänzer undHelden bis zum fürstlichen Erben. Aber die Sinnbilder und Statuen sindn Un deutsche Menschen von Fleisch und Blut geworden, Kinder unseres"olkes und seines Geistes: der erste Adel aus geistigem Recht. Die To-te n schließen diese Reihe der Schönen und Tapferen imNeuen Reich",^a sie blieben was sie waren, als der Krieg sie in seine Wirbel riß, so darfuer Dichter die Klage vor dem Unabwendbaren verhüllen. Er umreißt ihrß üd mit festen persönlichen Strichen, wie die Griechen als höchsteEhrung den dreifachen Sieger, und beschwört mit ihnen zugleich dieHunderttausende Verschollener und Ungenannter in dem tyrtäischen Auf-rufAn die Toten" als das unsichtbare Heer, das die Ehre unseres Volkeshütet.

Wie die Gedichte und Sprüche an die Nächsten meistens die Mitte, so""den die Lieder fast immer den Beschluß der Werke Georges: so be-schließtdas Lied" auch DAS NEUE REICH und verkündet die letztenlenzen seines Menschtums und seiner Welt. Wohl nie ist ein seltsamererVorwurf gegen den Dichter erhoben worden als daß ihm die Krönung dern °rdischen Dichtung, das Lied, verwehrt geblieben wäre. Man dachte da-

e i an den von Herder geprägten Begriff einer ursprünglichen Sangweise,dl e das Eigene und Urwüchsige einer Volksart ausdrückt. Die Romantikeru nd späteren Sammler verengerten den Begriff auf die in unteren Ständen

e s Volkes entstehenden meist namenlosen Weisen, die, wie man heute^. entweder aus den adligen Oberschichten abgesunken und verwandelt

der gerade in den gehobenen bäuerlichen und handwerklichen Schichtena,1 s den Chor- und Streitweisen ihrer Feste und Reigen und Spiele ent-

a nden waren. Was die Arnim, Brentano und Grimms noch eben vor dem

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