seines großen Willens mit einer niedrigeren Stofflichkeit, sein Untergangliegt in dem unbeugsamen Trieb beschlossen, die ihm eingeborene Aufgabezu vollenden, niemals auszuweichen und die eigne Person zum Schauplatzaller Widerstreite zu machen, welche seine Kraft in der Umwelt aufruft.Recht oder Unrecht, Gut oder Böse schweigen auf unteren Rängen ineinem Kampfe, den das göttliche Leben in seinem höchsten Träger aus-ficht. Er ist mit dem Besten ausgerüstet, damit er seine größte Prüfungbestehe: dem Leben, wie Hegel sagt, treu zu bleiben, selbst dann wenn die-ses ihm untreu geworden ist: er selbst zu bleiben, bis seine Flamme dasletzte öl verzehrt hat. Der wirkliche mit dem ganzen Gehalt des Geschicht-lichen und Geschehenden beladene Mensch, das heißt seine mythische Ge-walt ist für den Dichter die dramatische Person geworden, in der die äußereSchicksalswucht des antiken Heldenleibes und die innere Schicksalspan-nung der christlichen Seele ihre neue abendländische Einheit gefundenhaben.
Wolfskehl sammelte in seinem Buch „Der Umkreis" (1927) seine dich-te rischen Erzeugnisse von mehr als zwanzig Jahren und fügte die jüngsten"inzu. Unverändert bricht aus den ältesten und neuesten die seltsame flu-c hende und segnende Prophetengestalt vor, die zwischen Göttern und Dä-monen mit gereckten Armen hin- und herschweift. Die Kühnheit seinerRhythmen bei völliger Beherrschung des metrischen Baues beschämt alleVe rgeblichen Versuche der gelösten und stoßenden Schrittmaße von denNaturalisten bis zu den Expressionisten. Wie eine Herde Tiere stürzen dieWorte zuweilen einen steilen Abhang hinab und die Stimme mitstürzendSc heint in Gefahr sich zu verlieren, aber immer fängt der Dichter sie in denWirbeln wieder auf und läßt den Ton mählich in sicherem Schritt verklin-gen. Wie von jeher gehen die Gedichte auf dem Schattenpfad, ja die jüngsten' rö steln stärker im Schauer, sprechen böser vom Grauen und der auf demUmkreis Fahrende zeigt eine immer schrägere Neigung zum Abgrund, dieda s Herz wohl mit Trauer und Schrecken erfüllen könnte. Aber freilichs Pringt dann das trotzige Wort noch einmal aus den Schaudern auf undSa gt, daß der so kreist, noch Herr der Gefahr ist, daß der so sieht, noch überdem Gesehenen steht.
George veröffentlichte nach dem Kriege, außer den schon erwähnten dreiGesängen, die um einige Stücke vermehrten „Tage und Taten" (1925). eine2 weimal vermehrte Ausgabe der übertragenen Dantestellen aus der Gött-lichen Komödie (1921 und 1925) und begann seit dem Jahre 1927 die Ge-samtausgabe seiner Werke, die neben Bildnissen und Schriftproben ausaen verschiedenen Alterszeiten die endgültige Fassung seiner Dichtungen^'t einigen Erläuterungen über ihre erste Veröffentlichung brachte. Die
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