Jahre 1922 die Übertragung der Shakespeare-Epen heraus, Wolfskehl, Val-lentin und Wolters führten ihr dichterisches Werk in der Richtung ihresBeginnes fort. Der letztere geleitet in den zwölf Gesprächen „Der Wan-derer" (1924) den Meister, der ihm „den Fußbreit festen Grund" gegebenhatte, durch die Gezeiten seiner Herrschaft, wie er den Kampf mit denMächten vollzieht und die ihm Anvertrauten durch Zwiespalt und Gefahrzum Siege führt. Vallentin gab in den „Heroischen Masken" (1927) seineran Napoleon entzündeten dramatischen Kraft den letzten Ausdruck. DieArt, wie er die Gestalt des Kaisers sich vollenden läßt, zeigt uns deutlich»daß George auch der tragischen Dichtung ihre rein abendländische Mög-lichkeit erobert hat. Sie war durch das einmalige unwiederholbare Opferdes Gottessohnes, das jeder menschlichen Tragödie außer ihm ihr Gewichtnahm, im Christentum unmöglich gewesen, sie hatte dann seit der Renais-sance vor allem durch Shakespeare, der die dumpfen und hellen Volksele-mente, Blut und Geschichte ins hohe heldische Schicksalsspiel hob, wiedereinen eigenen Raum erworben, aber sie war zugleich durch den Humanis-mus und Klassizismus mit dem antiken Schicksalsbegriff in seiner helleni'stischen Deutung belastet worden, wie ihn vor allem die romanischen Dich'ter übernommen hatten. Trotz ihres stürmischen Kampfes gegen denfranzösischen Romanismus und ihrer Liebe zu Shakespeare bestimmte die'ser Schicksalsbegriff auch in den dramatischen Dichtungen unserer Kla s 'siker und ihrer Folger noch Form und Ablauf des tragischen Geschehens— nur Hölderlins Seherblick schaute darüber hinaus in die besondere vonder antiken unterschiedene Schicksalsform des abendländischen Menschen-Vielleicht weil er sie in dem Jüngling Napoleon schon verkörpert sah-Denn in Napoleon stellt sich das heldisch-tragische Menschtum unsereAbendlandes in seiner persönlichen und schicksalhaften Gewalt mit äußer'ster Folgerichtigkeit dar. George aber gab diesem Menschtum den Wel*'räum, in dem es erst sein dichterisches Bild, das heißt, ein unverlierbareEigenrecht und eine geistige Dauer finden konnte. Auf diesem Boden, v"wir schon bei den früheren erwähnten, sind auch Vallentins letzte Gespräche erwachsen, und nicht darum handelt es sich, welchen Rang maseiner Kunst unter den Großen zubilligen kann, sondern wie er das Am 'das er aus der Georgeschen Kraft und seiner Heroenliebe übernahm, zUersten Male erfüllte: den erhabenen Menschen nicht mehr in einem v °außen wirkenden Schicksalsgesetz von Fluch und Opfer, nicht mehr in o esittlichen Beziehungen von Schuld und Sühne noch den transzendentevon Gnade und Strafe zu sehen, sondern ihn auf seinem Schicksalsgang lKampfe mit dem eigenen ihm eingeborenen Dämon zu erfassen. Wir Dgreifen es so: Leid und Last des großen Täters erscheint am Widerspi e
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