„Tage und Taten" erhielten durch den Kindlichen Kalender, die Vorredezu Maximin und die Lobrede auf Hölderlin das Gepräge einer Überschauüber Frühe, Höhe und Reife des Georgeschen Lebens. Sie geben in denkurzen Betrachtungen einige Grundanschauungen des Dichters über daskünstlerische Schaffen und rühren mit dem Schlußstück noch einmal ansLos früher Dichtergefährten, die hinter ihm blieben.
Die Vermehrung der Dantestellen, von denen die neuhinzugekommenenmehrere ganze Gesänge umfassen, geschah in der Richtung, welche wirbei der Betrachtung der elften und zwölften Folge gekennzeichnet haben-Es sind einmal die großen staatlichen Gesichte Dantes, wie er sie in Ge-schick und Haltung bedeutender Männer und in den Voraussagen seineseigenen Schicksals aus ihrem Munde dargestellt hat, dann die strahlen-den Gesichte der vollendeten Schar der Seligen wie sie in den Sinnbilderndes irdischen Paradieses und den himmlischen Kreisen erscheinen. Es istder staatliche Kämpfer, der Mahner und Geißler seines Volkes und zugleichder Lobpreiser der höheren und schöneren Menschengemeinschaft im gött-lichen Leben, der in diesen Gesängen Zeugnis ablegt von seiner Haltungzu den Geschehnissen der Zeit und den ewigen Erfordernissen derMenschen.
Gleichzeitig mit diesen Übertragungen entstanden die großen Gesäng e >Sprüche und Lieder, welche das neunte der dichterischen Eigenwerk eGeorges bilden: DAS NEUE REICH. Wir haben sie zum Teil schon, ebenweil sie sich unmittelbarer als die früheren Dichtungen auch an Erschütte'rungen der abendländischen Welt knüpften, beim Zeitpunkt ihrer Einzel-Veröffentlichung betrachtet. Aber es zeigte sich beim Erscheinen de sneuen Werkes, daß sie in seinem Gesamtbau und besonders in Verbindungmit den neuen Gedichten eine Verstärkung und Verwandlung ihrer Eigen'schwere erhalten haben und jetzt erst im Chore ihr voller Ton hörbar g e 'worden ist. Der äußere Aufbau besteht in der einfachen Aufeinanderfolg evon vierzehn großen Gesängen, dreimal dreizehn oft mehrteiligen Sprüchenund zwölf Liedern. Von diesen drei Gruppen trägt die erste am stärkstenein volkhaftes, die mittlere ein persönlich-nahes, die letzte ein welthafte sMerkmal. Aber auch innerhalb jeder Gruppe sind die drei Merkmale samt'lieh erkennbar, im besonderen in der Ordnung der vierzehn Gesänge so, da»sich die ersten sechs auf zeitliche oder räumliche Außenbereiche, die mit*'leren vier auf den innersten Bereich des „Geheimen Deutschland", die vtfGespräche auf den weitesten Umkreis menschlicher Welt und Gesittungbeziehen. Doch bezeichnen Innenring und Außenraum und weiteste Weinur die drei verschiedenen Ausdehnungskräfte zwischen Mitte und Umkreis des Neuen Reiches, in deren lebendiger Wechselbewegung sein g el '
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