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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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Veranlagte von der höheren Erziehung ausgeschlossen sei. Uns aber be-deutet die Möglichkeit durch Dichtung ergriffen zu werden nichtTalenthaben zum Dichten" sondern etwas Allgemeines, das vor jeder einzelnenund ausgeprägten Fähigkeit liegt wir setzen es gleich dem jugendlichTraumhaften überhaupt, das uns die Vorstufe nicht nur einer bedeutendengeistigen Wirksamkeit, nein auch des Tätertums ist, mithin jeder höherenForm in der sich später der Mann erfüllt. Ohne dieses Traumhafte gelingt°ur der Mechaniker, nicht einmal der Kaufmann großen Stils. An dies inJeder vornehmeren Seele bereitliegende Element wenden wir uns, und he-lfen uns noch auf ein Gesetz, das wir nicht schaffen sondern vorfinden:da durch die Dichtung und nur durch sie die neue Seele für dieses Mal indie Welt trat, so ist auch jeder, der etwas von dieser neuen Seele in sichtr ägt, mindestens in der Zeitspanne seiner weitesten Bildsamkeit, in derJugend: dichterisch erregbarer Mensch.

2 - KAPITEL: DIE NEUEN DICHTUNGEN UND>DAS NEUE REICH<

||IEBlätter für die Kunst" hatten mit dem Erscheinen der elften und^"^ zwölften Folge (1919) bewußt ihren Abschluß gefunden. Nach einemGestehen von 27 Jahren hatten sie ihr Ziel, die Wiedergeburt der Kunst,au f ihrem mittelsten und wesentlichsten Gebiete, dem der Dichtung, er-ficht und von dieser Mitte aus eine geistige Bewegung in Deutschlandu °d schon über seine Grenzen hinaus entbunden, welche den gesamtenß ildungskreis ergriff und das jüngere Geschlecht unseres Volkes mite inem neuen Streben nach höherer Gesittung des Bildens und Denkens er-füllte. Damit war ein unverlierbarer Grund für die Weiterentfaltung dergeistig en Kunst gewonnen und eine Sammlungsstelle für die dichterischenErzeugnisse der Jugend überflüssig geworden. Auch war bei der Höhe des^'reichten in der nachfolgenden Jugend das Gefühl der Verantwortungtq r die dichterische Erzeugung so gewachsen, daß die meisten sich nurSe hr schwer entschlossen, an das dunkle Spiel zu rühren. Wenn dennoche ine g u te Leistung sich vorwagte, blieb sie in der Stille geschriebenerSammlungen. Aber wo ein ausgebildetes sprachliches Können sich mit der^hnen Eroberung eines neuen Seelenbereiches verbindet, werden die Blät-er auch die dichterischen Erzeugnisse der Jüngsten veröffentlichen, wiedie eben erscheinendenGespräche aus der Zeit der deutschen Wieder-geburt" im Blätter-Verlag. Von den älteren Gefährten gab Gundolf im

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