früher der Verächter jeder ernsten Wissenschaft, nicht so sehr ein Dich-ter (eine ihnen ganz unverständliche Menschenart) als ein Wissender seiund schon auch die nächste Phase vorbereiten, wo er nicht einmal diesmehr ist.. wenn einige gemischte und ungemischte Ostländer, und zwarje östlicher mit desto mehr Pathos, sowohl bei den Dichtungen als denÜbersetzungen an dem großen Sprachschöpfer bemängelten, daß er durchdie ungenügende Kenntnis der deutschen Sprache ihr höheres Sprachge-fühl verletze, wenn endlich jeder kleine schreibselige Pfaffe vom Stand-punkt seiner (von der andern allzu sehr verschiednen) Konfession aus denGenius maßregeln will, so belächelt man darin nur die possenhaften Luft-sprünge eines immer zuchtloser gewordenen Zeitgeistes.
Wenn wir zur Abrundung unseres Zeitbildes noch die Stellung desAuslandes zur Dichtung Georges betrachten, so unterschieden sich vonden deutschsprachigen Ländern Österreich und die Schweiz nicht vonden reichsdeutschen Formen der Verlautbarung — nur daß sich in derdeutschen Schweiz gelegentlich eine Stimme des Lokalnationalismus gegendie Anmaßung der deutschen Jugend erhob. Ähnlich war die Stimmungauch bei den Skandinaviern, die nach den großen Verbindungsjahren rm*Mitteleuropa in sich selbst zurückfluteten und eine fast ängstliche Sehenvor der germanischen Südzone zeigten, in der sie sich ehemals befruch-teten oder erst weltgültig wurden. Die Engländer verband kaum nocheine Brücke mit der deutschen Dichtung. Die erwähnten „Years of IndiS'cretion" von Cyril Scott gaben nur Einzelerinnerungen und boten denInsulanern keine Sicht auf das Ganze des Georgeschen Werkes von derenglischen Gefühlslage aus, aus der dieses Volk erst eine neue Erschei-nung begreift. Es erschienen natürlich, wie überall, wissenschaftlich 6Sachäußerungen, vor allem über die Prosawerke der Blätter, die abenichts von Interesse aussagten.
Ganz anders als in diesem germanischen Kreis gestaltete sich das Ver-hältnis bei den romanischen Völkern. Gerade sie suchten in der Nach-kriegszeit die zerrissenen Fäden wieder anzuknüpfen, Wallonen und I ta 'liener in geringerem, Franzosen vor allem in immer stärkerem Maße. D erFranzose, der meist ohne inneren Anteil an den Erzeugnissen der Nach-barländer ist, hat doch aus dem Anspruch seiner zentralen Stellung a 'des Führers der europäischen Zivilisation den Trieb darum zu wissen«und faßt innerhalb der Grenzen seines geschulten Verstandes das Nötigschnell und klar. Das Jahrzehnt vor dem Kriege hatte seinem gärendeWillensdrang den Blick auf den George des TEPPICHS und des SIEBEN'TEN RINGS verwehrt, wie der besprochene Aufruf von 1914 an d>geistigen Dichter Deutschlands zeigte. Aber das drei Jahre später &512