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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
Entstehung
Seite
510
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Folge, wenn man von George für die Zukunft dauern ließ: nicht was er,sondernEs" in ihm gedichtet habe, wenn man endlich Paulus gegenChristus stellte und das Werk des Jüngers Gundolf für größer erklärteals den Meister selbst, dem es galt.

All diesen Leuten fehlte, wie es einer bekennt, neben den HymnikernGeorges der unbedingte Hasser und Verneiner Georges, der das kritische,das heißt das vernichtende Wort über ihn gesprochen hätte solange es nochZeit war. Und da die erschlaffte Welt keinen hatte, der den Unverwund-baren hätte treffen können, so glaubte man sich immer noch stark genug»die welche ihm folgten auszuschalten und damit seine wesentliche Wirkungauf die Lebenden in Gegenwart und Zukunft herabzumindern. Dieses zeit-genössische Kreuzworträtsel von Lob und Tadel gegen die nächststehen-den Menschen bietet die ergötzlichsten Lösungen je nachdem man es vonlinks nach rechts oder von oben nach unten liest.

Erst hieß es die Anhänger Georges taugten nichts, dann der und jenertaugt etwas, besonders die welche wegliefen oder die nie das An*» tzGeorges gesehen hatten. Erst hieß es, als dasJahrbuch für die geistig eBewegung" erschien, diesefeurigen jungen Leute" hätten keine Sach-kenntnis und keine wissenschaftliche Grundlage, dann: hier würden diebedeutendsten Werke des Geistes geschaffen, hier sei, als die Fachwissen-schaft versandete und verflachte, die Wandlung des großen Menschen-bildes, vor allem eine dem Wesen der Kunst und des Künstlers wahrha"entsprechende Deutung des Dichters gegeben, das erste große Zeugn lSeines lebendigen Nietzscheerlebnisses abgelegt und überall das Menschlich-Bedeutungsvolle über Tatsachen- und Stoffhäufungen neu erhoben undgewertet worden. Schon das Erkennzeichen der Blätter für die Kuns*bürgte bald für den strengen Sinn der äußeren und inneren Form ein 6 »Werkes, es bürgte auch dafür, daß das deutsche Wesen in ihm rein u° ögroß dargestellt und das Vermächtnis der Ahnen gehütet, die Ahnung e0der besten Väter verwirklicht würden.Der Kreis" schuf auch die feins teEinung von Führer und Folger, er zeugte für das Gesetz der Rangstufenin aller echten Kultur und bestärkte die Hoffnung, daß inmitten °eabendländischen Zivilisation die schöpferische Stunde der Deutschen er*begonnen habe. Er allein unter allen Gemeinschaftsbünden dieser*hatte keine Tendenz, kein Ziel, kein Dogma und bestand nur durchunbedingte Verehrung eines großen Menschen .. was Nietzsches rom3°tischer Titanismus ersehnte, war hier verwirklicht (Köln. Ztg. 12. 8. &>'Die Unberufenen, schrieb ein Gelehrter, welche in Deutschland heute na ceiner platonischen Akademie riefen, sollten erkennen, daß sie in der **meinschaft der Blätter schon in der Stille entstanden sei:Späteren " e '

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