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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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2 ieher ein Jahrtausend, er hatte sein Volk aus unentrinnbarem Sumpfegerettet und zur Blüte gebracht, aber er selbst war nie zur Blüte ge-langt; denn trotz aller Überlegenheiten war er nicht stark und nichtSchlicht genug, sich einzuordnen und unterzuordnen. Dem stolzen Aristo-kraten fehlte das Verständnis für die welterlösende Macht der Liebe undGüte, er war nicht fähig sich ohne Rückhalt an die ganze Welt hinzu-geben, er hatte alles in das neue Leben einbezogen nur das Wesenhafteder deutschen Gesittung nicht: die germanischen Urelemente Musik und*rau und Volk. Er hatte nur die Liebe des Schöpfers zu seiner Schöpfung,2u r plastischen Welt der Gestalten nach seinem Bilde, aber er besaß nicht^ a s immerwährende gleitende Sichverlieren und Wiederfinden in derst römenden Klangwelt, im ewigen Kampf der Geschlechter und der zwi-schen Paris und Moskau tragisch schwankenden deutschen Seele. Er istde r Hybris der Selbstvergottung verfallen und seine verführende Magie,So lauten die ängstlichen Rufe, will uns ins männlich-harte Reich seinerDichtung zwingen. Aber sei seine Größe und Bedeutung noch so groß, seier der Meister, der Heiland selbst, sei sein Maß das einzige, das heuted 3 ist: seine Magie muß gebrochen werden und niemals darf das Wunsch-l 'd seines Deutschtums wirklich werden . . denn er geht an uns undUtl serem Zeitgeschehen vorbei, und gerade seine Unbedingtheit und Rein-st, die sein Ruhm ist, ist auch seine Schuld vor den Nöten der Zeit.

Andre hofften, daß die Dämonie dieser unerbittlichen Natur sich nochlri nial ganz entschleiere und in reiner Göttlichkeit aus allen Hüllen trete,lc Schicksal und Ekel an dem einzig völlig schamlosen aller Weltalterltl m aufgedrungen habe. Schlimmere suchten in dem stählernen Panzere lbst die Lücke zu finden, an der dieser eisige Mensch klein und schwachei > wo mandas selig Erregende das Erbärmliche einmal in regellosemAufschrei hinausstoßen hörte". Die Brüchigen und Geknickten, die da-mals g ern j u das über Christus, Brutus über Cäsar, Grabbe über Goethe, u stellen liebten, glaubten daß irgendwo wohl ganz im geheimen, auchUf ch die Erzgestalt des Härtesten der schaurige Riß liefe und gaben die°sung aus: um George zu erkennen, muß man seinen Bruch suchengendwo ist er gebrochen! Ja, dann würde er sym-pathisch.So schuf man sich feinere Sonden als ehemals Verleumdung undc "mähung, und der schwerste einsame Kampf um das Werk: die Dich-n g wurde für einen vorlauten Betrachter zu einer zufälligen, fast neben-^chlichen Angelegenheit, die nach dem heute schon vollendeten Wir-^ n gsablauf Georges nicht mehr wichtig sei. Es war der alte Versuch,l e Werkleistung vom großen Menschen wegzufüchseln, seine Schöpfungn seinem Wesen zu trennen. Es bedeutete dasselbe in umgekehrter

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