'hn nicht fragen, mit welchem Christentum im Leibe Franzosen und Eng-länder, Amerikaner, Japaner, Inder, Senegalneger und andre den Siegerlangten.
Wenn man uns von den verschiedensten Seiten höhnisch zur Redes tellt wie sie, die Anhänger von George, alle geistig hochstehende undwissenschaftlich orientierte Menschen, zu einer solchen Absurdität ge-führt werden könnten: Verehrung eines Gottes in heutiger Zeit — sokönnen wir vorläufig nur das eine erwidern, daß dem modernen durch-Sc hnittlichen Gebildeten nichts widerwärtiger, absurder und unausdenk-1,c her ist als die unbedingte Verehrung eines großen Menschen ... wieS °U man da von der Verehrung eines Gottes sprechen. George ist zuerstDichter und nie hat er auch nur den Versuch gemacht, seine FreundeUr »d Anhänger zu einem Kult zu überreden. Betrachten wir aber kurzalles, was denn heute als „das Religiöse" empfohlen werden kann. ZurProtestantischen Religiosität uns zu rufen, hat bis jetzt noch keiner vorzu-tragen gewagt.. zum Katholizismus zu gehen: daran würde schon derEntstand hindern, daß er an unserer Klassik nicht den mindesten Anteil^atte und daß seit langen Jahren alles, was aus seinem Schöße kam, anSeistigen Werten, an Kunst und besonders an Dichtung meist das Süß-este, Rückständigste, ja Albernste war, keinesfalls aber normgebendWirkte.
Was hat man sonst noch vorgeschlagen? Die sogenannte Theosophie* u f Grund der indischen Geheimlehren. Wir geben zu, daß hier noch uralte* c hätze der Menschheit verborgen liegen mögen — daß sie uns aber ver-
° r gen sind .. und daß die heutigen Führer und Vertreter dieser Theo-s °phie — meist Engländer — noch nirgends eine Gewähr eines hohenGebens geboten haben. Der neukrei'erte Krishnamurti in seiner Zeltstadtan der holländischen Grenze, auf dessen Offenbarungen schon TausendeWarteten, hat vor kurzem seine Anhänger heimgeschickt mit der deut->chen Weisung, daß jeder selber versuchen müsse sich zu erlösen. Nun5j e von der indischen Theosophie abgespaltene deutsche Anthroposophie,^ier mußte von Anfang an das Traktätchenhafte abstoßen, SteinerUtld Steinerianism, und was wir aus diesen Zirkeln vernommen haben,
aren vorläufig nichts als Banalitäten. Man hat auch aufmerksam gemacht* uf den religiösen Philosophen: Hier kam zuvörderst der vor einigenJähren verstorbene Max Scheler in Betracht: aber der war, wie sogarSeir »e Anhänger erklären, als Mensch zu wankelmütig und hat seine reli-g | ö sen Anschauungen zu oft auf Grund seiner jeweiligen privaten Erleb-te gewandelt. Nun der religiöse Dichter: hier wurde uns vor allem
l lke angepriesen. Aber so wie dessen Dichtungen, die bei manchen
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