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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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Blätter fanden, ja selbst der Instinkt für die tiefe Feindschaft Georgesgegen dieGleichheit lobenden Verräter", der sich noch beim Erschei-nen der zehnten Folge während des Krieges wütend geäußert und in denzarten Versen Gundolfs die Ansage einer Bartholomäusnacht zur Er-mordung aller Kameraden der Freiheit gesehen hatte, selbst diese Sicher-heit des Fühlens war durch die Revolution erloschen. Nur diese zurück-gebliebenen Geister vermochten noch von den kleinen Anfangsbuchstabender Hauptwörter und fehlenden Kommata, von literarischem Manchester-tum und der materiellen Sorgenlosigkeit des Ordens zu sprechen. Wirglauben ihnen gern, daß sie in der klaren Luft Georges nicht atmenkönnen und unter seinem getragenen Pathos ermatten: die Erbelosen dien icht von gestern sind, werden auch nicht von morgen sein, wenn es här-terer Männer bedarf als der Friedenssüchtigen um jeden Preis, als derdeinen Menschen mit dem schlaffsten Glück.

Was die christlichen Gruppen angeht so erschienen etwa seit dem Jahre*9io eine Anzahl von Schriften und Aufsätzen über das Religiöse in derLyrik oder die Religion Georges und brachten die Gebiete der DichtungUl *d Religion in einen Zusammenhang, der seit der Romantik in Deutsch-end übersehen worden war. Allen diesen Schriften ist gemeinsam, daß'hre Urheber das, wovon sie sprechen, nicht selber erlebt und erfahren^tten und im Bewußtsein dieser Einschränkung wie der beste von'hnen: Herrmann Drahn nur aus dem Werke Georges einige religiösenUn d ethischen Linien seiner Natur nachzuzeichnen suchten. Die meistenna hmen den Schlüssel zu seinem Wesen aus den großen Erlösungsreli-gionen, vor allem dem Christentum, und sahen daher bei aller Einsichtln Einzelheiten im Letzten notwendig falsch. Sie hielten etwa Georgev ° r : sein Weg könne nicht die ganze Menschheit oder alle Leidenden undS ehnsüchtigen aus den Nöten der Zeiterlösen" Dinge, die er wederJe gewollt noch je versprochen hat und die überhaupt nicht in der Rich-tung seines Wirkens gelegen sind. Innerhalb dieser Begrenzung mühtensi ch nach dem Kriege neben den Laien auch Pastoren, Gottesgelehrte undfr omme Väter eifrig um den religiösen Gehalt des Georgeschen Werkes"d Kreises und stellten in den Lagern beider christlichen Bekenntnissefe st, daß es sich hier um einechtes" religiöses Erlebnis handle. Als noch

' e in diesen Bereichen unbewanderten Literaten das Ansinnen absurdfanden, daß helle und bewußte Menschen dieser Zeit einem Gotte gött-

l che Ehren erweisen und vor einem Jüngling dieser Zeit das Knie beugenhinten, bekannten kluge Priester und ihre Helfer schon erstaunt, daßMO einer Zeit wo christliche Theologen mit einer gewissen Zurückhaltungv °n der Gottheit Christi redeten", in einem Kreise hochkultivierter Men-

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