der Großen in Schrei und Klecks der Kleinen. Nachdem der stählerne Ruf desDichters zur Umkehr gerufen hat, gibt es für keine der Künste mehr einZurück in die Öde und Willkür jenes Endes. Es gibt für die Malerei, wieschon Gauguin in einer seiner Verzweiflungen erkannte, keine öffentlichenRäume noch heiligen Wände mehr — das Tafelgemälde war ebenso wiedas freie Bildwerk und Tonstück in die letzte Schicht des Privaten ge-sunken und also unrettbar tot. Auch der Baukunst blieb nur das Abtunvon innerlich unwahren Anlehnungen an eine frühere Formensprache unddie unkünstlerische Bescheidung mit dem Zweckmäßigen: die kubischeWohnmaschine hatte mit einer Neuschöpfung des künstlerischen Raum-gebildes noch nicht das Geringste zu tun, sie verkörperte keinen Geist derGemeinschaft, weil es keinen gab, wohl aber Ordnung und Regelung derwirtschaftlichen Masseninstinkte und zeigt schon heute die Gefahr, stattdes verpönten Individualismus die technische Massennivellierung der In-sektenwelt herbeizuführen. Nur wo die Künstler sich die härteste Be-schränkung auferlegten und handwerklich schlicht die Urstoffe nach ihrenBedingtheiten und Gegebenheiten formten, wo sie auf den willkürlich-vereinzelten Seelenausdruck verzichteten, konnte die Bildung von Gerät undSchmuck in sachlich schönen Grenzen gelingen.
Dieses schwere Ringen der bildenden Künstler, an dem die GefährtenGeorges berufhaft und werklich, streitend und widerstreitend Antennahmen, hatte, wie wir sagten, in der noch so willkürlichen oder mecha-nischen Formung von Stoffen und Schaffung von Räumen einen nutzhaftenSinn, wenn auch der künstlerische Sinn sich ständig selber aufhob. Aberdie innere Ziel- und Formlosigkeit des Zeitgeistes offenbarte sich bis zumLetzten, wo er sich an der Sprache versuchte: weil dieser geistigste undzugleich sinnlichste Stoff nur als unmittelbarer Ausdruck menschlichenWesens erscheint, als Form zugleich Seele, als Gebilde zugleich Sinn, al sGestaltung zugleich Leib ist und also seine Erscheinung als Formlosig'keit, Bildlosigkeit und Gestaltlosigkeit sofort dieSeellosigkeit, Sinnlosigke*und Leiblosigkeit der Darsteller verrät. Hier offenbarte das Suchen na cfremden Gehalten schon das Nichthaben der eignen, das Sichverlieren > flLeere und Chaotische den Mangel an geistiger Kraft, das Auflösen deFormen die Unfähigkeit zur Schaffung von Gebilden. Heute, da selbst d»ehemals überzeugtesten Verfechter erklären, daß ihr Naturalismus, Imp resionismus und Expressionismus der Dichtung für das Leben unseres "°kes tot, vergessen und begraben, ja außer für die gelehrte Forschung selbdem Verständnis der Mitlebenden verlorengegangen sei, lohnt es kaumehr die Abwandlung der Zersetzungen aufzuzeigen, die der der bildeden Künste im zeitlichen Verlauf im wesentlichen verwandt waren. Ob s500