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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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kung in die Seelen. Ja, man kann im letzten Jahrzehnt von einem in seinerVielfältigkeit erstaunlichen Versuch sprechen, diese größte Erscheinungder Zeit nach ihrer Anerkennung zu umgehen oder ihrem verpflichtendenWillen auszuweichen. Als weder Verschweigen noch Schmähen und Ver-leumden vor der Wucht des unwandelbar durch die Wirren und Wand-ungen unseres Volkes schreitenden Mannes mehr half, ging man zumannehmen und Loben über und blieb ihm fremd wie zuvor.

Völlig gefallen war die Meinung von der Unverständlichkeit und denUndurchdringlichen Rätseln seiner Gedichte, und ernste Gelehrte gestan-den ihren früheren Irrtum ein und bekannten, daß ihre eigeneversteinerteu nd abgeleierte Sprache" ihr Ohr verschlossen habe. Völlig gefallen warder Vorwurf des genießerischen Ästheten, und sein Dichten erschien nuna issittliche Tat", sein Kreis alsKampfgemeinschaft zur Erstarkung undErfüllung des irdischen Lebens". Völlig gefallen war der Hohn über denSc hwärmerischen Mysten und gerade seineMystik" erschien im Gegen-satz zur üppigen musikalischen Verschwommenheit nachahmender Lite-raten herb und metallen, seine Bilder, noch wo sie Geheimnisse sagen,ftl cht zerfließend und rätselnd sondern plastisch und klar. Gefallen waretl dlich der Anwurf vom volkfremden weitabgewandten Asketen, und vorden marklosen Menschheitssüchtlern, alten und jungen Pazifisten, stander alsHeimatdichter" und Bekenner seines Volkstums, als der einzige,ln dem das große Erlebnis des Krieges Gestaltung gefunden, dessenStimme rein und groß über der Zeit schwebte und allein Zeugnis ablegte,öa ß in den Tagen der Unehre die Ehre des Vaterlandes nicht völlig er-worben war. Man tastete sich an diesem Faden rückwärts und vernahmnUn > daß dieser Dichter von Beginn an zutiefst mit seinem Volke verbun-^ war und mit seinen reinen Händen den Segen über ein unreines Ge-flecht hinweg bewahrt und erhoben hatte. (Der Tag 5. 11. 22.) Ja selbster Begriff der Politik hatte sich unter seinem Wirken verwandelt und^an verstand Politik wieder alsSchicksal des Vaterlandes" (Weser-2 eitung 12. 7 . 28).

dieser war, so lauteten andre Stimmen der letzten anderthalb Jahr-e "nte, der unerschütterliche Geist, der inmitten der Auflösung und Ver-achung aller hohen Vorstellungen den Begriff des Dichters mit dem Ge-»cht neuer Verantwortung, mit dem Glanz neuer Heiligkeit und priester-lc her Würde erfüllt hatte, wie ihn so nur Dante verkörperte. Dieser warer große Künstler und Herr der Gegenwart, der das Gotteshaus unserer. P f ache wieder gereinigt hatte: der sich allen Lockerungen und Reizenn der Dichtung versagte, um ihr wieder Strenge und Spannungswillen zueb en, der sie nicht an flimmernde Abschattungen verkaufte, um ihr im

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