öffentlichen Schrifttums wenn auch noch so verdünnt und abgeschwächt indie Allgemeinbildung. Mit der sprachlichen Wandlung verband sich ung e 'wüßt und ungewollt eine solche der menschlichen Werte und die rohe stoff-liche Auffassung der vorhergehenden Jahrzehnte wich hie und da einergeistigeren, im Anspruch wenigstens „ideellen" Anschauung der Dinge-Für die große Masse der Schriftsteller wie der Genießenden bedeutetdies freilich nicht mehr als die Aufnahme neuer Moden und Schlagwortezur Verkleidung der alten Zwecke. Wollte man den Kreis Georges mitdarunter befangen, so glitten die Schlagworte schon in dem Augenblickevon ihm ab, wo sie weitere öffentliche Geltung erlangten. Denn man konntedie Blätter-Dichter nicht mehr „Dekadente" nennen, wenn man bemerkte,daß man damit gesunde und beinah vierschrötige Erscheinungen bezeich-nete die sogar schon „die feiner organisierten Genien unterdrückten", mankonnte sie nicht mehr „Lebenfremde" nennen, wenn man sah, daß di eScheltenden weniger von der Welt wußten als die Gescholtenen und dal„ins Leben gehen" für den Literaten nur bedeutete: Geschäfte machen'Die Bezeichnung „Neuromantiker" versagte ebenso für sie, weil bald aud 1die Naturalisten „neuromantische" und die Neuromantiker „naturali-stische" Stoffe behandelten. In gleicher Weise versagte dann auch in denfolgenden Jahren die versuchte Einreihung unter die „Ästheten", weil madie nicht mehr als verzärtelte Genießer und Schönredner bezeichnekonnte, die ihre Überzeugung mit Tat und Werk nach außen trugen, unebenso die unter bloße Eiferer für eine Sache oder Lehre, da ihnen da„Was" des Gesagten nie wichtiger war als das „Wie". Es war ein ehrlicheErstaunen, als man auf der Gegenseite plötzlich entdeckte, daß dies„sublimen Apokalyptiker mit verklärten Händen" ganz gesunde jungLeute, daß diese „kaninchenhaarigen Weichlinge" streitbare Herdwaren, die den Kampf gegen die gespreizten Geist-Moden wie gegen "isogenannten Kulturmächte auf der ganzen Linie eröffneten.
Während und nach dem Weltkriege hat sich dann das VerhältnisUmwelt zu George und der Bewegung der Blätter für die Kunst vöh &
gewandelt. Durch die weiteren Prosawerke der Blätter waren fast a
\I er-Gebiete der deutschen Bildung und Gesittung ergriffen und ihre »
treter genötigt worden dazu Stellung zu nehmen. Durch den STERN D
BUNDES und die Kriegsgedichte Georges war der schon vorher i9 x 4
schütterte Widerstand gegen seine Dichtung verschwunden und wich n
einer fast allgemeinen Anerkennung seines Wesens und Werkes. Aber
wohl diese Anerkennung wie die Auseinandersetzung der öffentlich
mit den wissenschaftlichen Werken seines Kreises bedeutete mehr e
Breitenwirkung Georges in die gebildeten Schichten als eine Tiefen^
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