ben, aber besser beim alten geblieben wären. So mußten manche, die sichschon auf Lehren beriefen und festgelegt hatten, bald erkennen, daß das^ahre Enkelgeschlecht schon ganz woanders stand. Jene die etwa schmäl-en, daß die Georgeschüler sich nicht um Tatsachengeschichte und Le-bensbeschreibung der großen Männer bekümmerten, bemerken heute schon,daß die Jüngsten wie Ernst Kantorowicz in seinem „Friedrich II." (1927)u nd Max Kommereil in seinem „Der Dichter als Führer" (1928) den dä-monischen Tatstoff mit dem gleichen Atem zu durchseelen wissen wie diea heren Gefährten den hellen Werk- und Geiststoff der großen Leben.s ollte nicht, statt der Suche nach schnell fertigem Urteil, Lobern wie_ c hmälern einmal der fragende Gedanke kommen, wie es denn möglichlst > daß aus demselben Kreise nun schon seit Jahrzehnten immer neueJugend auftaucht, die was sie ergreift groß ergreift, und nicht durch Theo-
le n sondern durch Werke siegreich in die gewählten Wissensbereiche vor-gingt? Uns dünkt es um so wunderbarer, als nicht mehr alle des Enkel-seschlechtes sich der wissenschaftlichen Forschung widmen und die mei-
te n praktische Tätigkeiten einer Laufbahn des Gelehrten vorziehen —glückverheißendes Zeichen, daß den Söhnen des Dichters alle Wege offen-ste hen, um schaffend und wirkend weiterzuschreiten.
7 - KAPITEL: DIE VERWANDELTE STELLUNG
DER MITWELT
V^HON das Jahrzehnt zwischen 1905 und 1914 zeigt eine tief verwan-delte Stellung der öffentlichen Meinung in Deutschland über die Dich-er gemeinschaft der Blätter für die Kunst: an die Stelle überheblichenP°ttens und billigen Höhnens war die erzwungene Anerkennung Geor-§es und eine vermehrte aber schon in die Verteidigung gedrängte Feind-e "gkeit gegen seinen „Kreis" getreten. Das bloße Dasein des George-c hen Werkes, ob es anerkannt oder abgelehnt wurde, hatte die deutschee istigkeit zu einem Wechsel ihrer Anschauungs- und Ausdrucksformengezwungen, hatte die Lager zwischen Jungem und Altem tiefer als je vor-er getrennt. Auf dem Gebiete der Sprache wurde dieser Einstrom amEhesten und deutlichsten sichtbar: an die Stelle der saloppen Verant-°rtungslosigkeit vor unserem kostbarsten Gute trat wieder das Streben* c h Sorgfalt und Schulung in den sprachlichen Formen. Eine Ahnung°"erer Verpflichtung vor dem Worte ergriff die noch empfindlichen See-n des lebenden Geschlechtes und drang durch die tausend Kanäle des
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