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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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herrschte, aber freilich auch keinen, der über der nötigen Beherrschungdes Handwerks nicht eine fruchtbare und unser gegenwärtiges Daseinbelebende Schau in seinem Stoffbereich getan hätte. Denn wo nichts g e "schaut wird hat auch das Denken sein Recht verloren, und wo das hell esondernde Denken nicht das Geschaute in klaren festen Begriffen zursprachlich bildhaften Darstellung bringt, haben beide ihr Recht verloren.Diese Gegenseitigkeit von Schauen, Denken und Schaffen ist in der Ein-heit der gesamt-geistigen Kräfte des Menschen gegründet und ihre höchsteDichtigkeit und Fülle in einem Menschen, nicht ihre größte Sonderungund Vereinzelung, gewährleistet die tiefste Erkenntnis und das weitesteWissen. Edith Landmann hat dieser Weisheit des Dichters in derTrans-zendenz des Erkennens*' den philosophischen Ausdruck gegeben. W> eeine scheu verhüllte Freude der Seele, die selbst unter dem Joch gedienthat, dringt aus ihren hellen Darlegungen die Einsicht, daß die ganze er-scheinende Welt weder unfaßlicher Sinnentrug noch eine Summe zerleg-barer Bezüge ist, sondern lebendige Gestaltung:Wir dürfen wieder andas glauben" sagt siewas wir sehen und wie wir es sehen". Der erken-nende Mensch wird hier wieder von der trügerischen Notwendigkeit derAuslöschung seiner Persönlichkeit befreit und findet nicht in der Ent'selbstung sondern im Maß der ihm verliehenen Fassungskräfte die Füu eund Grenze seiner Einsicht. Das Denken, das in Gefahr war sich a0seine eigenen Geschöpfe zu verlieren, gesundet nach ihrer Darlegung vvi e 'der an der vom Dichter aufgestellten Norm des großen Menschen und an 1Dienst des schönen Lebens.

Die deutsche Anschauung von der Erscheinung des Seienden im Raun 1und die französische von der schöpferischen Entwicklung des Lebens ifider Zeit waren in der Weltsicht Georges schon eine höhere Verbindungeingegangen, bevor sie in beiden Völkern ihren besonderen philosopn''sehen Ausdruck gefunden hatten. In der tiefen Verbundenheit von heln»'scher Gestalt und schönem Leben, von der leiblichen Erscheinung d eEwigen und seiner immer neuen Verwirklichung im schöpferischen Augen'blick verschmolzen die Lehren von Sein und Dauer, Denken und Lebezur unauflöslichen Einheit. Ihm und den Seinen handelte es sich frei» cnicht um die Erkenntnis dieser Einheit sondern um ihre Darstellung unVerwirklichung in Leib und Staat, sie wollen noch wirken und handelwenn sie Wissenschaft treiben, und bildend wie denkend die Krise 1°dem, welche heute in allen jugendlichen Köpfen fiebert und nach Heilnn»von jahrtausendalten Gespenstern ruft.

Von dieser Sicht aus gab es keinen Zweifel weder über das Wie no cdas Was der Forschung mehr, es galt zu scheiden wie der frühe Guna°

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