senschaft trat der Wille zur Stärkung des heutigen Daseins und der Dienstam Werke des lebenden Meisters. An ihm und durch ihn hatten die Jünge-ren erfahren, daß die schöpferischen Mächte immer wieder in großen Men-schen durch alle Verschalungen der erstarrten Zeitformen brechen und dasGöttliche in Werk und Tat und Bild offenbaren. Daher knüpfen sich auchdie ersten Prosen der Blätter von den frühen Anfängen bis zu „Herrschaftund Dienst" an die mehr dichterischen Versuche, die Gestalt Georges selbstzu erfassen. Die Erweiterung der Proseschriften zu wissenschaftlichenWerken über Shakespeare, Piaton, Goethe und Nietzsche waren nur Aus-wirkungen des neuen Blickes auf gleichhehre Geister der Vergangenheit,war das begeisterte Wiedererkennen desselben Lebensvorgangs bei dengroßen ewiggegenwärtigen Toten. Gundolf sah Shakespeare als einen weit-hin ausstrahlenden Glutkern von Schöpfertum, Goethes vielfältige Ent-wicklung als eine einheitliche sich stetig im Werke auswirkende und stetigselbstbegrenzende Gestaltungskraft, Friedemann sah in Piaton die voll'kommene Gestalt des reich- und weltschaffenden Genius, Bertram deuteteNietzsche zum erstenmal über alle Einzelprobleme hinaus von seinem g el "stigen Bild und Schicksal her als den Lebendig-Ewigen, dessen Mythuswie der aller Großen nicht stirbt sondern in uns und mit uns weiterwächst'Diese ersten Werke lassen noch eine Verbindung mit der alten Denkwelerkennen, aber sie sind zugleich schon in die neue getreten: das macht ihrebesonderen Reiz aus. Ihre Verfasser begründen daher noch ihre verwan*delte Betrachtungs- und Arbeitsweise, um den Vorwurf der Unsachlichke»oder Schwärmerei von sich fernzuhalten. Die Kritik der Wissenschaft "3ihnen auch die Klarheit des Aufbaues, die Sicherheit des Fachwissens undie geschulte Handhabung des nötigen Werkzeugs nicht abstreiten ko pnen. Aber so weit und so tief auch in wenigen Jahren ihr Einfluß auf uns eSchrifttum und tiefer noch auf die Jugend wurde: bis heute ist die bürgeliehe Wissenschaft von tiefem Mißtrauen, ja von einem oft versteckten abimmer wieder ausbrechenden Haß gegen sie erfüllt geblieben. Sie erkendie Leistungen der gedanklichen Zucht und Sauberkeit und den neuen A dder Sprache wohl an, aber verneint zugleich ihre Grundlagen, wohl fühlendaß deren Anerkennung die Denkart und das Dasein des bürgerlichen M esehen selbst aufheben würde. Man verzeiht diesen Folgern Georges m cdaß sie die Maßstäbe und Wertungen anderen Quellen entnehmen als dender bürgerlichen Übereinkunft, die man heute nur noch verschämt als Vaussetzungslosigkeit bezeichnen darf, wie wir oben darlegten. Man vzeiht ihnen nicht, daß sie das Wachstum des dichterischen Lebens hoschätzen als die „Wahrheit" von tausend stofflichen Ergebnissen und vallem nicht, daß sie eine „ungeheure Überwertung ja Vergötzung der g
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