Ziehungen auseinanderbrechende Wirrsal des Lebens. Die SprengkraftNietzsches pflanzte sich in ihnen fort und die starren Rahmen von Begrif-fen und Denkformen zerbrachen überall vor dem neuen Wissen um dieschöpferischen Antriebe des Lebens, dessen ewig neuen Offenbarungen dieErkenntnis nur zu folgen hat. So waren zur Zeit als George auftrat dieschlimmsten Orgien der Ratio eben vorüber, ohne daß sich diese schonganz ausgerast hätte: aber die Worte vom „Ignorabimus" und „Bankrottder Wissenschaft" waren bereits gefallen. Doch bis in unsere Tage hineindauerte eine Selbsttäuschung: man wußte daß etwa der gläubig Protestan-tische vom protestantischen, der gläubig Katholische vom katholischenStandpunkt darstellte — der Forscher jedoch, der sich im Besitz des echtwissenschaftlichen Geistes fühlte, glaubte an seine Voraussetzung 8 'losigkeit und forderte sie von den andern. Diese Forscher bemerkten nicht:auch sie hatten ihre Voraussetzung, nämlich die schal gewordenen libe-ralen Ideen.
Mit den schon weiterblickenden Gelehrten dieser Jahrzehnte trat Georg cin persönliche Berührung: neben den bereits Genannten schon früh mitFurtwängler, der ihm wichtige archäologische Anregung gab — durch ihnsah er zuerst Abbildungen des noch jahrelang geheimgehaltenen „BostonerThrons" —, und mit Eucken, einem äußerst wohlwollenden allgeschätztenMann, der auch einen freundlichen Blick für die neue Dichtung übrighatte-Georges Schüler nahmen das Wissen dieser und aller irgend beachtlichenForscher in sich auf und ergriffen das Wesentliche im lebendigen Umkre»ihrer Zeit. Für sie war es eine innere Notwendigkeit, die großen Erkennnisfragen ihrer Zeit und vor allem das Verhältnis von Dichtung und W' s 'senschaft zueinander und zur geistigen Lebensgestaltung zu durchdenkeund zu durchstreiten. Die „weltfremden Ästheten" waren auch auf diesen 1Felde besser ausgerüstet als ihre klugen Tadler, die sie damals noch areiche Jünglinge und faule Genießer beschrieen. Sie hatten sich im .J 3 * 1buch für die geistige Bewegung" mit den neuen und alten Sichten deeuropäischen Denker schon auseinandergesetzt, als einige von ihnen migrößeren Proseschriften an die Öffentlichkeit traten und dem darstelleden Schrifttum in Deutschland in wenigen Jahren ein neues Merkmal a uprägten.
Seit dem Jahre 1911 erschienen teils im Blätterverlag selbst teilsGeorg Bondi unter der Marke „Werke der Wissenschaft aus dem KreisBlätter für die Kunst", seit 1921 auch bei Ferdinand Hirt unter der Mar„Werke der Schau und Forschung aus dem Kreise der Blätter fürKunst" eine Anzahl von Schriften, die bei aller Verschiedenheit der ben adelten Gegenstände den gemeinsamen Ursprung aus dem Geiste Georg
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