den Schulen ausübten, verloren diese frühere Gesamtsicht. Sie bauten ihreForschungsweisen nicht auf die Vernunft, die umfassende Schaukraft wel-che noch einen metaphysischen Schauer ihrer göttlichen Herkunft in sich" ar g> sondern einseitig auf die menschliche Teilkraft des Verstandes alsdas einzige Mittel des Erkennens, als den einzigen Weg zur Wahrheit. Die"Scilla, welche die Scholastiker ins Innere des Hauses geführt hatten, war2 ür Domina geworden, und alle übrigen geistigen Kräfte des gläubigen^chauens, des künstlerischen Gestaltens, des schöpferischen Handelns wur-den zu Gegenständen ihrer erkennenden Herrschaft: sie wurden verleug-net oder geduldet oder genutzt aber nicht „ernst" genommen.
Unbildlich gesprochen war jenes Zeitalter der Wissenschaft angebro-
he n, das nicht mehr die große Gesamtanschauung der Natur hatte, aus der
ln den vorhergehenden Jahrhunderten die Naturwissenschaften geboren
worden waren, das nicht mehr auf der Idealität des Geistes beruhte, aus der
n der Klassik und Romantik die Geisteswissenschaften erwachsen waren,
n d deren begeisternder Antrieb die bedeutenden Gelehrtengeschlechter zu
'hren umfassenden Werken befruchtet hatte. Mit der Verselbständigung
n d Alleinherrschaft der Verstandeskraft kamen vielmehr jene Jahrzehnte,
n denen die Vertreter der Wissenschaften auf Geist und Seele ja auf
'les nicht verstandlich Erweisbare als auf alberne Götzendienerei herab-
lc kten und im Stofflich-Erfahrbaren allein das Wirklich-Seiende der Na-
_ ür oder das Wirklich-Gewesene der Geschichte zu erkennen meinten. Das
e "len einer geistigen Einheit führte zu einer immer größeren Sonderung
er Lebensgebiete und brachte auch in den Wissenschaften die schroffe
, er einzelung einer Mehrzahl von Wissensgebieten hervor, von denen jedes
n einem unverbundenen Nebeneinander für „die" Wissenschaft arbeitete,
htl e daß diese Wissenschaft noch ein alle umfassendes Gesamt bildete oder
üc h nur den Anspruch machte, einer einheitlichen Lebensgestaltung der
ln zelnen oder der Völker zu dienen. Je länger je mehr beschränkten sich
le Wissenschaftler in jeder Sphäre auf die Erforschung und Ordnung ihres
Glichen Erfahrungsstoffes, und wenn in den Naturwissenschaften mei-
. ens der anwendbare Nutzen die Mühe der Forschung lohnte, so wurde
den Geisteswissenschaften die jeweilige Feststellung, „das Ergebnis",
, bst zum Sinn der forscherlichen Tätigkeit erhoben und bis zur Sinnlosig-
lt der Wertung des gänzlich Wertlosen erhöht. Die Wissenschaft er-
k ft nte in ihrer strengsten Forderung keinen Unterschied an zwischen
°heren und niedrigeren Werten, sie hatte ihren Sinn in ihre Tätigkeit
ost verlegt und machte nicht mehr den Anspruch, Lebenshaltung und
v rtu "g des Menschen selbst zu bewirken. Dieser Verzicht drückte sich
r allem darin aus, daß das sichtbarste Sinnbild geistiger Gemeinsamkeit,
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