Näherung, und man lächelt ein wenig bei der Hoffnung Webers: George»vielleicht doch noch vor Erstarrung zu bewahren". Das Schicksal desKrieges öffnete diese Klüfte nur mehr und trennte die Beziehung derbeiden Lebenskreise, die wie der oben erwähnte Schüler Webers berichtet»nichts Peripheres sondern zeitweilig sogar derart entscheidende Bedeu-tu ng hatte, daß sie den Sonntagnachmittagszusammenkünften das Ge-präge gab". Weber, der seine Kräfte ohne Dank und Erfolg dem neuenStaate der Volksherrschaft widmete, sagte damals in seinen Münchener"orlesungen „daß die Aristokratie Stefan Georges und seines Kreises zube kämpfen sei". Aber noch auf seinem letzten Lager beschäftigte ihn^'eser rätselhafte Mensch, der die unter solchen Opfern erkämpften An- /Sc hauungen Webers nur durch sein Dasein widerlegte. Für den Fort-Sc hrittsgläubigen war es ein tief Beunruhigendes, daß zur Erklärung fürle Ablehnung der modernen Kultur bei diesen Dichtern die Annahmeltle r übersteigerten dichterischen Phantastik nicht zureichte, sondern einetidere verstandlich nicht auflösbare Gegnerschaft an den Menschen under ken des Georgeschen Kreises sichtbar wurde .. für den Kenner des"arisma aber war es ein tief Befremdendes, daß hier der geweckte^ensch im vollen Bewußtsein seines hellen Geistes dennoch gläubig war.Ur diese „heidnische" Möglichkeit hatten weder Weber noch seine Zeit-Glossen eine Lösung und doch: ob gerade diese Möglichkeit für dieputschen als Volk noch einmal wirklich würde war die einzige wich-l 8e Frage der Zeit über alle Staats- und Wirtschafts-, Bildungs- und
ls senschaftsfragen hinaus.
. ^ e r Krieg hatte auch „den ehernen Fels der wirtschaftlichen und so-
'alen Verhältnisse" tief erschüttert: daß die höchsten Errungenschaften
er modernen Kultur in einem vorher unausdenkbaren Maße zur Ver-
'chtung ihrer eignen Werte gebraucht wurden, daß jede Verfeinerung
. nc * Erfindung in die Werkzeuge der Zerstörung schoß und alles andre
*j Deutschland wenigstens auf fast uranfängliche Formen des Lebens in
a hrung und Kleidung zurückgeführt wurde, dies und noch manche an-
ef en Tatsachen hatten die unumstößlichen Meinungen ins Wanken ge-
rac ht, die sich eben noch über Dichtersprüche erhaben dünkten. Für
lril ge Jahre war ein anderes Bild des Lebens drohend am Horizonte des
e nds und des Hasses aufgestiegen. Daß man sich bald wieder einrich-
ete und nach kurzer Besinnung am Alten weiterbaute, konnte den Ein-
rUc k nicht verwischen, daß aus der eigenen Welt ein Furchtbar-Andres
s Glück und Wohlfahrt, Sicherheit und Fortschritt denkbar und greif-
s ar nahe aufgetaucht war: der alte Glaube an die moderne Kultur hat
ln sicheres Gleichgewicht seitdem verloren und — die kundigen Wirt-
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