Führertum, und als er in der bittersten Not während und nach demKriege sich seinem Volke als zu erwählender Führer mit all seinen Kräf-ten zur Verfügung stellte, versagte ihm das Volk schon in Gestalt seinerPartei den gebührenden Platz und Rang.
Wir führen diese inneren und äußeren Schicksale in keinem Sinne an,u m das Gedächtnis des verehrten Mannes zu mindern, wir wollten nurzeigen, wie zwiespältig es um den Besten der Geister stand, der seine ZeitSegen George zu vertreten suchte, und wir scheuen uns fast sie noch umdie des religiösen Bereiches zu vermehren, auf dem Weber bei einem mu-ll gen Diesseitsbekenntnis und der unerbittlich scharfen Einsicht, daß dieWelt der Schönheit und Würde, Ehre und Größe im unvereinbaren Wi-derspruch mit der Lehre des Christentums stehe, diesem dennoch verbun-den blieb. Man spürt wie fern diese Seele der Georges war: die DissonanzWa r ihre Erlebnisform, und die Unvereinbarkeit der Gegensätze des Da-s eins fanden nicht wie beim Dichter eine geistige Lösung in der künst-lerischen Gestaltung des Werkes und des Lebens, sondern blieben in un-v erbindbarer Fremdheit gegeneinander stehen. Der vereinzelte Menschkonnte nach seiner Meinung nur durch einen Akt seines Willens zwischenden völlig gleichberechtigten Werten wählen „welchem dieser Götter oderw ann er dem einen und wann dem andren dienen will und soll", und allesWissen unterstützt die Wahl des Willens nur insoweit, als es die Mittelu id Folgen für dieses oder jenes Handeln berechnen und so der Entschei-dung des Wählenden die letzte Klarheit geben kann. Gerade diese vor-täu schungslose Sauberkeit des Geistes machte es George möglich, sich*^ax Weber eine Weile zu nähern. Die von Weber gehegten Befürch-tUl *gen vor der Fremdheit und Unnahbarkeit des Dichters fielen wie stetsv ° r dessen „schlichter Würde und Herzlichkeit" bei seinem persönlichenErscheinen hin, und Weber war „sogleich bereit, das Außergewöhnlicheln George zu verehren, das gebietende Gewicht eines in der eignen Schöp-
erkraft beruhenden adligen Menschtums auf sich wirken zu lassen". Erhat mit seinem sicheren Gefühl für menschliche Werte den echten Ernst,"•"* dem George seiner Sendung gegenüberstand, die lautere Hingabe,^ lt der die Seinen ihm dienten und die ehrlichen Waffen, mit denen sie
ür ihn und sein Werk fochten, erkannt und um 1910 auch gegen Schmutz-an griff e e j ner süddeutschen Monatsschrift verteidigt. Er konnte die For-
erung der „Georgianer" nach Einordnung des Einzelnen in ein Ganzes,^ ac h Befreiung vom Ich-Kult, nach einer reineren Gestaltung der Lebens-° rm en, nach Schaffung einer neuen Norm des Verhaltens in solcher All-^emeinheit der Denkform verstehen und annehmen, aber die besonderen
e bensgehalte, welche diesem Streben erst Sinn gaben und der Weg der
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