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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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472
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dann mit gleicher Ehrlichkeit das überspannte Ziel wieder zurückzustecken.Bei innerer Liebenswürdigkeit stand er so nach außen in steter Fechter-stellung, bei dem Bedürfnis nach besinnlicher Stille suchte er den er-regenden Streit. Ein Mensch, der immer das Entgegengesetzte von demverteidigte, was seiner Natur gemäß war, am liebsten die Meinung ver-trat, die ihm am schwersten fiel, als beruhe der Prüfstein sittlichen Han-delns darin: nie das zu wählen was dem eignen Wesen entsprach undohne inneren Widerstand zu vollbringen war. In seiner gewaltigen Ar*beitskraft fühlte er, um sich genug zu tun, nochdas Bedürfnis, unterder Arbeit zu erliegen". Er ist ehrwürdig als einer der letzten Vertreterbürgerlicher Geschlechter, die sich Denken und Handeln etwas kostenließen, er ist unselig, weil er stets auf verlorenem Posten kämpfte u ndfür die gegensätzliche Lagerung seiner Kräfte keinen Ausgleich fand-Denn dieses gegen die eigene Neigung protestierende Pflichtgefühl ""eine letzte geistig verfeinerte Einung von Preußen- und Puritanertum""dieses Wider-Sich auf jeden Fall gab den bedeutenden Kräften des Man'nes die stete Spannung aber auch arge Glücklosigkeit des Schaffens, derener sich tief bewußt war, und in der er dennoch seinem Wesen nach g e 'rade die Rechtfertigung seines gnadenlosen Weges fühlen mußte.

So kam Max Weber, der in seiner Jugend den stärksten Eindruck vonder nüchternen Handlungskraft Bismarcks erhalten und im Nationalstaaauch sein Wirkungsziel gesehen hatte, zu einer immer blasseren Abg e 'zogenheit seiner Vorstellung vom Staate, so suchte er seine zerfahrenFachwissenschaft, die Volkswirtschaftlehre, durch die Philosophie tiefezu unterbauen und griff zu diesem Zwecke zur lebensleersten Erkenntm s 'kritik des letzten Neukantianers, so bemühte sich dieser leidenschaftl> cnUrteiler die Wissenschaft völlig von jedem Werturteil außer ihrer Sphärzu trennen, als es keine allgemein anerkannten Werte mehr gab, um o|solche Scheidung gelohnt hätte, so arbeitete er unermüdlich an einer &Geistes- und Wirtschaftsgebiete umfassenden Gesellschaftslehre und vei"focht zugleich die unbedingte Vereinzelung der Sonderwissenschafter*-Aus seinem Agnostizismus und aus seiner asketischen Verpflichtethe'heraus hat Max Weber die freudlose Hingabe an die isolierte Einzeln»

senschaft gefordert.....und selbst das Opfer der historischen Deta«

forschung gebracht". (Köln. Viertelj. f. Soz.) Und nicht anders als aUdem Gebiete des Forschens und Denkens standen sich auf dem des Hadelns seine Pole entgegen: Dieser vornehme Mensch, der seiner Art nadie Herrschaft einer Aristokratie allen demokratischen Herrschaftsformvorzog, focht sein Leben lang für die Demokratie in Deutschland. "selbst zum Führer geboren war, verneinte ein persönlich herrscherli cn47a