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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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Nur ein Narr konnte nach der Meinung ihrer Vertreter ob Kapitalisten°der Sozialisten glauben, dieser gewaltige immer noch wachsende Baukonnte jemals aus den Fugen geraten, nur ein der Wirklichkeit unkun-diger Träumer konnte den nutzlosen Versuch wagen, ihr ein andersgear-tetes Weltbild entgegenzusetzen. George war vor dem Kriege von dieser"Meinung gestreift worden, als sie ihm in einem der vornehmsten Trägerdes Zeitgeistes entgegentrat, der weit über dem dumpfen Triebglaubender Vielen stand, aber mit klarer Einsicht in die tiefen Schäden seinerWelt sie dennoch bejahte: Max Weber.

Erst spät nach schweren Erschütterungen seines Mannesalters hatteMax Weber sich der Dichtung Georges bemächtigt, eigne jüngere Schü-le r und vor allen Gundolf, der wie er in Heidelberg lehrte, hatten ihn auf^inn und Ziel des Kampfes hingewiesen, den die kleine um den DichterSescharte Gruppe führte, und im Jahre 1910 auch die persönliche Bekannt-Sc haft mit George vermittelt.

Von den deutschen Gelehrten, mit denen George zusammen traf, war^ax Weber vielleicht die menschlich größte Kraft, an Lauterkeit desCharakters Simmel, an Umfang und Klarheit des Wissens Dilthey ver-gleichbar. Er gehört zu jenen protestantischen Menschen, die mit asketi-scher Strenge, die unbedingte Vereinzelung der Trotz-Person aufrecht-selten : die nichts mehr fürchteten, als einem verstandlich nicht auflös-ar en Zauber des Geistes oder Blutes zu erliegen, und darum eher dieeilige Entzauberung aller menschlichen Gebilde durch den alles erken-ne lden Verstand verfochten, die lieber noch Narr und Revolutionär aufe '8ne Faust sein wollten als nur die Möglichkeit einer Bindung für deneut igen Menschen zugestehen. Schon von einem Weberkreis zu spre-e n, hat einer seiner Schüler geschrieben, ist bei diesemUrbild allerf zketzer" eine Sinnwidrigkeit: Denn erhat einer jeden Institution,ta at, Kirche, Partei, Trust, Gesellschaft, Schulzusammenhang, das heißtln em jeden überindividuellen Gebilde gleichgültig welcher Art, das mitettl Anspruch auf metaphysische Realität oder auf Allgemeingültigkeit*trat, den Kampf bis aufs Messer angesagt. Einen jeden Menschen, und°chte er auch ein Don Quichotte sein, liebte er, wenn er nur sich undas Individuum als solches gegenüber dem unberechtigten Anspruch derns titution aufrechtzuerhalten suchte". (Köln. Vierteljahr, f. Soz. V, 3.)^ er bei starrer Aufrechterhaltung der inneren Freiheit der Person wareber von unbedingter Bereitwilligkeit, sich in äußeren Kämpfen fürr eund und Staat und Vaterland einzusetzen und eher zu viel als zu wenigtl in. Bei empfindlichem Ehrgefühl zwang er jeden versteckten Gegnerc n durch groben Anwurf über das Maß hinaus zum offnen Kampf, um

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