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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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w ir acht Tage lang umsonst geredet und ich muß wieder von vorn an-fangen". Verwey sah aus der Kluft, die sich in ihm geöffnet hatte, früherUnd deutlicher, daß es sich bei diesen Widerstreiten um die Grenzen ihrerkebensbereiche handelte: Grenzen an denen sich die im Westen Europasgültige Denkart der Völker und die besondere noch im deutschen Volkebeschlossene Denkart stießen.

Denn auch auf dem höchsten Gebiete menschlichen Glaubens hatte diesedeutsche Denkart in den letzten Werken Georges und seiner Folger einenWeg beschritten, der dem westlichen Menschen ungangbar war: es wardie Wendung zu den heimischen, den vaterländischen Göttern, es ware "i neues aber auf alter deutscher Wurzel entsprossenesHieratisches",^ie Verwey es nannte, das ihn fremd anwehte und ihm außerhalb derdichterischen Vorstellung zu liegen schien. Wohl hatte er sich im Jahrzehntv °rher den katholischen Umgebungen, in die George ihn in Deutschlandty hrte, mit offener Freude und wachsender Vertrautheit hingegeben. Aberhl er mochte ihn überall ein Persönlich-Nahes berühren und anziehen: beiden Verwandten in Bingen das Familiäre, in das er den unbekümmerten"'eltwanderer George versetzt sah, bei dem Westfalen Lechter vielleicht6l n Gleichklang niederdeutschen Stammes und vor allem die Unbedingt-he it seines Künstlertums, bei Derleth der Stolz des einsamen StreitersUtl d die herbe Opferwilligkeit der Schwester, die ihn an seine eigenetr enge und fromme Mutter erinnerte. Die ihm fremde Gläubigkeit dieserMenschen war auch seinem religiös-pantheistischen Fühlen noch schönSchienen, aber als der Dichter und Seher aus dem Grunde noch leben-ai ger deutscher Glaubenskraft in deutscher Jugend die leibliche Erfüllungs einer Gottessehnsucht fand, seinem höchsten Traum die WirklichkeitCr irdischen Erscheinung schuf und sie in Werken und Menschen mitSe inem Geiste weiterzeugte, da meldete sich beim Westeuropäer derZvv eifei amProphetentum", der Zweifel an der Größe menschlicher Ver-jüng, die das Herkommen nun schon jahrhundertalter aufgeklärterenkweise zerbrach, und vor allem der Zweifel an einer göttlichen Neu-6e burt aus dem Blut und Geist des gegenwärtigen Deutschland. Der de-mokratische Gedanke der Menschengleichheit mündete hier in den derdlkergleichheit und ertrug es nicht, daß dieses eine Volk in seinenlc htern den Anspruch erhob, eine weltbildende Kraft geboren zu habennd leibhaft in sich wachsen zu sehen. George forderte auch hierin vomre unde kein ihm fremdes Bekennertum, nur gerechtes Vertrauen undas Anschauen dessen was werkhaft aus diesem Glauben entstand.

Verwey nannte GeorgeHerz und Gewissen der Zeit", seine Welt dieltl2 ige die seit der Goethes um ihrer selbst willen Aufmerksamkeit ver-

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