gelte, um über die verhüllten nur halb dem Stoff entstiegenen oder mitDenk- und Leidenslast beladenen Gestalten seiner jetzigen Werke hinausin den Bereich der Strahlendnackten, Tanzbeschwingten und Göttlich-Schönen aufzusteigen. Es ist die Sehnsucht, welche seit Jahrzehnten vieleunserer Künstler auf die Irrfahrt nach fremdem Fleische und fremdenGewächsen treibt, als sei dort frisches Leben und reine Luft für alteeuropäische Seelen, die andre Künstler den Blick nur in die unterstenSchichten unserer Völker richten läßt, als seien da im gequälten über-lasteten Getrieb bewährtere Kräfte und echtere Triebe zu finden als in 1erschöpften und zerfahrenen Bürgertum. Weder die einen noch die anderenfanden da und dort etwas anderes als sie selber waren und weder diewechselnden Inhalte noch die wechselnden Techniken konnten darüberhinwegtäuschen, daß Geschöpfe einer entgötterten Zeit aus den fremden Fe-dern schauten, aber kein neues Antlitz der Kunst. So sagt auch alles wasGeorge dem großen Franzosen antwortete, daß das Maß jener herrlichenAlter, vor deren Bildern sie beide in Sehnsucht erschauern, nicht für heutegilt, daß kein Wille für eine Endwelt erzwingen kann was Ausdruckblühender Lebenshöhe war, daß die Natur wohl ewig Leiber und Ge-wächse neu erschafft, aber nur der Geist der sie beseelt, der Gott der si edurchglüht, ihrer Stärke die Schönheit, ihrer Kraft den Adel verleiht, ausdem der Künstler die Sinnbilder des hohen Lebens erschaffen kann.
Die Herabkunft eines solchen ersehnten Erdentages sieht die „Wi"'mung zur Zwölften Folge" schon zwischen Traum und Wirklichkeit voll'endet: wirklich geworden im Meister und den Freunden, wirklich S e 'worden in ihrem Glauben und Dichten, wirklich werdend in der Erwe»'terung ihrer Schar, in der Erfassung und Durchdringung von Erde»Raum und Stoff, in der Leibwerdung ihrer Gesichte und ihrer Her*"schaft über Land und Volk. Er sieht die Träume der Dichter stärker al salle Mächte der Gegenwelt, das göttliche Wort gewaltiger als alle Wer* evon Gift und Glas und Stahl und in den von den Zeitgenossen verachtete 11verschmähten und kaum gekannten zwölf Folgen der Blätter für fllKunst den Boden und die Luft des zukünftigen Reiches.
Daß er die Seinen härte auf dem Wege dahin, hatte George die neue"Gesänge des Schicksals von den Lebenden und Toten, von der wachsendeund sterbenden Gegenwart gesungen und war auch noch einmal in dagewaltige Dichterall der Göttlichen Komödie getaucht, um neuen Wdstoff großen hehren Fühlens heraufzuführen. Wie wir ihn in den ersteStücken seiner Übertragung besonders die auf dichterische Aufgaben grichteten Aussprüche und Bilder Dantes wählen sahen, so zogen ihn nUdie bedeutenden Gestalten des staatlichen Bereichs, die Ereignisse de
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