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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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schon verlegten Weg im Fluge überwunden sah. Denn dieses müheloseGleiten bei sorgfältiger künstlerischer Führung, diese gnadenvolle Ge-löstheit bei sicherer Abgewogenheit der Wuchten ist mehr als höchstes»ästhetisches" Können. Was diesen Gedichten Bestand gibt, ist die inJ hnen glühende Besessenheit eines Künstlerwillens, der den trunkenstenKlangrausch mit der klarsten Bildkraft zu vereinen, der das BildwerkMichelangelos zugleich mit der Landschaft Giorgiones zu geben sucht:e ine heldisch-katholische Dämonie, die zeitlicher und örtlicher Gebunden-heit spottet und das Reich der Traummächte aufreißt, wo die Gebärdenv on Tier und Mensch den Sinnfiguren ältester Tempel oder den groß-^fligen Stichen frommer Meister gleichen, bei denen die Beter Flammenu nd Schwerter mit ihren Lippen trinken. Die zartesten Dinge und ein-ochsten Worte sind mit übergroßer Last beladen und verraten die tra-tsche Grundstimmung dieser Seele, die sich auch im Sinngehalt deslet zten Liedes ausdrücklich kundtut und ein Schicksal höchsten Wollensu nd tiefsten Verzichtens verrät. Denn wer so wie dieser in dem Gedichte"Öichterbildnis mit Colleoni" das gewaltige Haupt des Meisters über allenäderen Zeichnungen, die diese Folge von ihm enthält, zu umreißen wußte,^nnte nur als erster neben ihm erscheinen oder mußte still ins DunkleSehen.Wir haben damit kaum das Wichtigste aus der elften und zwölften°lge zusammengefaßt. DenAbschied" und die Sprüche an Albert Ver-^ey sowie dieLieder" betrachten wir in anderen Zusammenhängen.ö °ch wollen wir hierDen Abend in Meudon",Die Widmung zur2vv ölften Folge" und die neuen Danteübertragungen noch erwähnen, weilSle in diesen letzten Folgen noch einmal die drei großen Bereiche derß iätterbewegung, die Kunst, die Verwirklichung der Träume und diestaatliche Dichtung als Kreise des neuen Lebens erscheinen lassen. Siefta °en zur Voraussetzung die Bildung der innerstaatlichen GemeinschaftSeit dem SIEBENTEN RING. Denn das Sichtbarwerden der neuen Staats-8c hau wirkte, wie wir sahen, früher und tiefer auf alle geistigen Gebieteln als die äußeren Ereignisse des Völkerringens.In dem Gespräch zwischen Rodin und George, das bei dessen letztemar iser Aufenthalt im Jahre 1908 stattfand und dessen Gehalt der un-* e nannte Dichter gestaltete, erscheint Rodin als der höchste Vertreter^«les Künstlertums, der aus dem Stoff des modernen Menschtums glaubte bilde von gleicher Größe und Schönheit erwecken zu können, wie diefttike aus ihrem Menschenstoff hervorgetrieben hatte. Er sieht in den0r Pern unterer Volksklassen oder wilder Inselstämme noch eine un-gebrochene Leiblichkeit blühen, die es nur in Stein und Erz zu bannen

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