2 Um Ausgleich mit dem nah bevorstehenden Ende alles in die wenigenJahre der Entfaltung des Dichters zusammengedrängt hätte. Hier redete m jugendlich selbstherrlicher Fürst, der hat was er braucht und darumIrilt der Schlichtheit des höchsten Kindes spricht, der gelöst ist ohne°cker, stolz ist ohne anmaßend zu sein, der alle Wucht und Größe schein-ar leicht und spielend von sich ausgehen läßt aber in seiner einfachenatl geborenen Anmut dennoch undurchdringlich bleibt.
Mit Recht ließen sich die Jüngsten von diesen Versen nachhaltig er-greifen und erschüttern. Uns Älteren aber gönnen sie in ganz anderer^ e ise wie der „Brand des Tempels" einen Blick in Unerschlossenes: dasJ* e nschtum eines eben entstehenden Adels und neue Möglichkeiten desdichterischen.
ü en Band beschließen Lieder des Meisters: ein drittes wiederum ande-
s Vorzeichen einer noch verhangenen Wirklichkeit. Beim „Neuen Reich"
er den wir zu berichten haben, wohin sie deuten.
3 KAPITEL: DIE ELFTE UND ZWÖLFTE FOLGE
(FORTSETZUNG)
\A0N den übrigen Gedichten der elften und zwölften Folge rufen die
Wolfskehls am grellsten das Bild der Verderbnis des europäischen
ens chtums auf. Alle düsteren Sichten Jacob Burckhardts, alle höhnen-
. n Flüche Nietzsches und des frühen Wagner über ihr Jahrhundert haben
»hnen unter dem Eindruck des jähen Zerbrechens der letzten noch er-
te nen Formen durch den Weltkrieg eine bis zum apokalyptischen
j aue n gesteigerte dichterische Verkörperung gefunden. Nicht mehr den
st noch gestalthaften Endchrist sieht er nahen, sondern den „Fliegen-
|*' der Massen, die alles Hohe bespeien, sich ihrer Niedrigkeit und Ge-
ln heit rühmen und ihres ekligen Gewimmels froh sind. Nicht vom Un-
^ *» an g der Völker reden seine unheimlichen Sprüche sondern von der
Setzung des Gewürms, nicht vom Brand einer Welt sondern vom Ver-
1 einer Unweit. Wie lichte Streifen einer fernen Morgendämme-
Jj g stehen auch in diesem Düster die fast kindlich-frommen Prophetienh »Pinis Initium" und das erste der „Zeichen", aber vor und hinterjy. en Sc hwelen die zerfallenden Wesenheiten der Endzeit in schwefeligen^ ^Pfen und es gelingt Wolfskehl in einigen dieser Gedichte das Un-s Suche: dem Wesenlosen selbst, dem Noch-Nicht und Nicht-Mehr-w r hythmischen Ausdruck zu leihen. Was ihn von je auszeichnete,hs unter dem Aufbruch ganzer Schicksalsmassen zu einer furchtbaren
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