Wucht. Daß sie dem verratenden Freunde, der ränkesüchtigen Ahnmutter,der holdseligen Pamfilia gegenübergestellt ist, steigert noch ihre unbrech-bare Hoheit und zeigt uns in einem unmerkbaren Schwanken das Wesendieses Helden: den noch ganz in früher Unbewußtheit gebundenen abertriebklaren Herrscher, der stark aber nicht roh, tief erschütterbar aberunbeugsam ist, ein Bild das an die Heldenjünglinge der griechischen undgermanischen Sage, an Achill und Siegfried, aber zugleich an Alexanderund Napoleon erinnert und dennoch durch einige Züge in noch frühereVorzeit, durch andre in ein kommendes Alter deutet.
Nicht um den Kampf von Volk wider Volk handelt es sich in der Dich'tung, sondern um den einer jungen Welt gegen eine absterbende voll schö-ner aber welker Reize, um den Kampf eines lebendigen Helden geg eritoten Dienst und starrgewordene Formen, in denen das Leben nicht mehrkreisen kann. Die ursprüngliche frische Kraft des Beginnes stellt sich mdem Heunenführer gegen eine späte Zeit, die sich in der Häufung desReichtums und im Bewahren der Kostbarkeiten, in der Pflege der Schwa-chen und in ohnmächtigen Gebeten erfüllt, und nie noch wurde diesen g e 'priesenen Tugenden überalteter Geschlechter ein so unbarmherziges To-desurteil gesprochen wie aus seinem Munde. Er weiß, daß nicht Mü 0 *noch Mitleid, nicht Schatz noch frommer Altar helfen, wenn die Herzetwelk und die Geister verfallen sind, er weiß, daß auch das Wunder dekostbarsten Tempels, wenn es dem Sinn des Lebens entgegensteht, ^Feuer auflodern muß, damit es heiligneu aus der Asche erstehe. Kein H' 0 'weis auf noch so vernichtende Gewalten der Gegenwart genügt, um 0 3Gedicht auszuschöpfen: etwas fern Drohendes, rätselhaft Unerdenklicheblickt uns aus den kühlen Augen des Heunenführers an.
Den äußersten Abstand von dieser unerbittlichen Ankündigung drohen-der Einstürze hält die beinah hellenische Liebenswürdigkeit der Gedieh^'die gegen Schluß des Bandes den größten Raum füllend sich um <*>Reihen „Heiße Abende" und „Sternwandel" anordnen, wonach wir ih feDichter den Sternwandeldichter nennen. Selbst jung gibt er Muster unBeispiel der neuen jugendlichen Haltung an, die durch das sichere unfreie Ebenmaß dieser Verse hindurch körperhaft fühlbar wird. Ein L u *räum gesteigerten dichterischen Lebens ist nötig, damit ein fast noch lKnabenalter Stehender befähigt werde, sich so ungebrochen kundzutu 11 'daher die vielleicht einzige Mischung des Kindlichen und Tiefwissend eim Ton. Auch innerhalb der übrigen Blätterdichtung haben diese Ver seine neue Gebärde. Wenghöfer, der sie noch als Handschrift las, sagvon ihnen, sie hätten das ganz Unerwartete: eine deutsche Grazie. ^begreiflich bliebe ihre so frühe Vollkommenheit, wenn nicht die Natur V448