von ihm auch groß zu leben lernten. Den Meister selbst täuschten solch«Hoffnungen nicht. Sein unbeirrbarer Blick für das Wirkliche schaute ohneSchleier über das Ringen der Völker hin und erst als die vielen Stimm endes Anfangs vor der wachsenden Wucht und dem steigenden Grauen desunübersehbaren Geschehens verstummten, sprach er sein Wort als Dich'ter, das heißt als einer der vom Kriege reden darf, weil er ein Wissen ur»dSehen hoch über dem Kriege hat, als einer der die Ereignisse deuten kann,weil er einen Standpunkt weit jenseits ihrer augenblicklichen Lage hatund auch das härteste seiner Gesichte nicht zu verschweigen braucht, we>sein lauterer Zorn ebenso echt und stark ist wie seine lautere Liebe. S°sprach er in dem 1917 veröffentlichten Gedicht „Der Krieg" als wissendeSeher, grimmiger Mahner und hoffender Verkünder zu seinem Volke un»der Dantevorspruch vor den zwölf Strofen des Gedichtes ließ erkenne"wie sehr hier noch das Bitterste als heilende Nahrung gelten wollte. D eflängst die tiefe Erschütterung der Gemeinschaft gelebt und geweckt hatte«durfte den Volksgenossen mit der Erinnerung an die vorhergehende» 1Jahre wilder Fortschrittsgier und schmählichsten Haders sagen, daß "•*kurze Schauer unbekannten Einsgefühls am Beginn des Krieges ihr Besteswar, durfte ihrem Vorwurf über sein langes Schweigen in der allgemein 61 " 1Not erwidern, daß er die Tränen schon vorweg geweint, als sie mit ihrer 11Tun das schlimme Unheil heraufbeschworen, sie die nun den äußere» 1Brand für die innere Erleuchtung hielten. Ihr Mord am Leben schien ih 111die verdammenswerte Schuld, für die nun das furchtbare Los den Mor"von Hunderttausenden forderte. Er sah mit Grausen, welche Mächte deTiefe nun entbunden waren, über die Erde rasten und nicht nur Lebe 11und Staaten vernichteten sondern Schlimmeres zeugten: Blutschmach v ° flVölkern, Befleckung des heiligsten Herdes unserer Rasse, die nur schiefstes Opfer der Edelsten sühnen kann. Wo alles noch unwägbar schief 1 'sah er damals schon das sieg- und würdelose Ende für alle, den götteflosen Frieden dieses götterlosen Krieges, in dem erkrankte Welten siezu Ende fieberten und nur das rein vergossene Blut der Krieger nocheilig war. Mit scharfer Geißel traf er die matten Leiter, Fürsten ohoBlut und Würde, Beamte ohne Glut und Seele und pries nur den eineGreis, der still und schlicht das Reich vor der östlichen Flut errettete u nmit dem einzigen bildhaft klaren Siege dieses Krieges den heiligen Bodedes Vaterlandes vor dem Schlimmsten schützte, und der noch heute dlerste Wache hält.
Dann nannte der Dichter den schmerzlichsten Fehl, an dem währe 11und nach dem Kriege mancher Tapferste zerbrochen ist: daß dort wo g r °ßes Leben erloschen ist, wo keine göttlichen Bilder seinen Sinn mehr tr a440