einseitig fachlichen Verstandesbildung, einer einseitig technischen Sach-bezwingung, die Opferung aller höheren menschlichen Werte bis zur Ver-ödung des Geistes und Verarmung der Seele haben unsere Besten in jenenJahrzehnten mit Grauen gesehen und hat den Dichter mit jenen Entset-zensbildern der Zeit erfüllt, die wir bei der Betrachtung seines Werkesberührt haben. Der letzte Kaiser mit der gespielten Theatralik seinerHerrschaft war nur der sichtbarste Ausdruck für die Hohlheit und Leeredes öffentlichen deutschen Daseins, für die schale Oberflächlichkeit desgeselligen Lebens in den herrschenden wie beherrschten Klassen. Ob d i eihn gewähren ließen oder jene ihn bekämpften: der Geist in dem es g e 'schah, unterschied sich nicht von dem, den er vertrat: nicht er noch sonstwer ist „der Schuldige", sondern wir mit unserem Fortschrittswahn, ui>"serer Sachengier und unserem fast kindlich betonten Willen zur „fried'liehen" Eroberung der Welt. Dieser Wille verdeckte geradezu den Mange»an Wagnis zur kriegerischen Eroberung, der ewigberechtigt freilich nurfür ein Volk ist, das ein Bewußtsein seines höheren Rechtes in sich trägt-Dieses höhere Recht haben die Blätter den Deutschen von damals bestrit-ten, weil ihre Körperschaften und Einrichtungen trotz so vieler sachlicherVervollkommnungen keinen Luftraum mehr erzeugen konnten, in demschöpferische geistige Leistungen erster Hand hervorgebracht werde"konnten. Deshalb warnten sie alle, die mit den neuen Kräften der heutige 11Welt Hilfe bringen wollten: „sie vergessen, daß von dieser in jene Wdnichts übergeleitet wird, ohne schon auf dem Wege dahin sein Wesen zUverlieren und damit heil- und fruchtlos zu werden". (9. F.) Wenn dies eHaltung den Zeitgenossen in den meisterlichen Gedichten noch undeut-lich blieb, weil sie Gedichte als „nur-Kunst" nicht ernst nahmen und daheauch nicht verstanden, so erlaubte die Prose der „Jahrbücher" keinen Zweifei mehr daran. „Auch schon dem trüben Auge" hieß es darin „entge» 1nicht die allgemeine Freudlosigkeit, die trotz aller äußeren Verbesseruflgen, Erleichterungen und Vergnügungen sich ausbreitet und den Vergießmit dem späten Römerreiche herausfordert. Vom Kaiser bis zum geringsten Arbeiter spürt jeder, daß es so nicht weitergehen kann und gibt ewenigstens zu für die Bezirke die ihn nicht unmittelbar berühren. " aErhaltende ist nur noch die Sorge der Einzelnen um Amt, Hab und G u *Kein Mensch glaubt noch ernsthaft an die Grundlagen des heutigen Welzustands. Diese schwarzseherischen Ahnungen und Witterungen s ,flnoch das echteste Gefühl der Zeit und diesem gegenüber nehmen s» calle Hoffnungen, die auf dem Nichts ein Etwas bauen wollen, schon vezweifelt aus". Dem Allwissen der Zeit wurde entgegengehalten, daß kei°Zeit, auch die des krassesten Aberglaubens nicht, soweit entfernt v °
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