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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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a ls ob der an sich dumpfen und leicht zerflatternden Natur des Norddeut-schen diese eiserne Disziplin zur Festigung und erzwungenen Haltung an-gegossen sei. So waren diese Preußen: Spartaner mit dem Gleichschrittund Gleichmut der Alten, aber ohne Götter, ohne Liebe und ohne Künste,freilich ganz bar wurden sie dieser Urgewalten erst in der zweiten Hälftes I 9> Jahrhunderts. Bis dahin war das System noch immer von den mi-ßbrauchten Kräften des ostelbischen Adels durchblutet, von gesamt-geistigen Strömungen des deutschen Bürgertums genährt, von vielena ußerpreußischen Männern befruchtet worden und auch das Genie Bis-^arcks hatte nur mit Nutzung dieser Gewalten die Gründung des Reichesv °llbringen können. Es war das Verhängnis unserer jahrhundertelangenZersplitterung, daß die Einigung unserer Stämme erst zu einer Zeit er-°lgte, wo die Fürsten- und Herrenkaste sich erschöpft hatte, das Bürger-Uft i die letzten schalgewordenenIdeale" über Bord warf und aus den'efen eine staatsfeindliche, von der herrschenden Gesellschaft ausgeschlos-sene Arbeiterklasse zu Millionenmassen anschwoll. Das preußische System°d der wissenschaftliche wie kapitalistische Fortschritt wuchsen imey en Reiche zu jener ungeheueren Militär- und Wirtschaftsmaschine zu-^nirnen, die in Preußen schon vorgebildet war, aber in den alten Herr-c "aftsträgern doch noch ein menschliches Gegenmaß gefunden hatte. Seit8 9o aber schwoll sie aus dem endlich gesicherten Reichsboden mit einerc hnelHgkeit und Rücksichtslosigkeit über die Grenzen hinaus, daß denac hbarn in ihrem seit Jahrhunderten gesicherten Besitz Luft und Atem be-0r nmen wurde, daß ihnen mit erschreckender Deutlichkeit bewußt wurde,e 'che Kräfte in diesem Land der Mitte schlummerten und bisher durchein e innere Zersplitterung gebunden waren. Daß sich diese Kräfte ent-*> e gen allen Kennzeichen, unter denen man die Deutschen zuzeiten ihrerEtlichen Ohnmacht zu begreifen liebte, in den Doppelformen der krie-gerischen Macht und des wirtschaftlichen Wettkampfes, in der Verbin-, Un g der fürstlich-adligen Erbherrschaft und des freiesten Forschungs-lfer s, des ungebundensten Einzeltreibens der Geister und der genauestener einheitlichenden Fachschulung äußerten, machte die deutsche Men-c henart den Nachbarn ringsum völlig undurchschaubar und erzeugte jenesr 3uen vor der unbekannten Gefahr und jenen Haß vor dem andersgearte-Cn Gegner, die mehr als unsere Erfolge auf dem Weltmarkt die unver-ol »nliche Feindschaft der Völker gegen die Deutschen geschürt habennd bis heute wach erhalten.Was wirklich hinter dem Schleier des wirtschaftlichen Aufschwungss nd der staatlichen Machterweiterung vorging, der Verbrauch ja die Ver-brüderung aller Kräfte zu einer einseitig stofflichen Bereicherung, einer

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