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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
Entstehung
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des menschlichen Geistes meist gerade dort nicht entstehen, wo die Wis-Se nschaft ruhig ihre Systeme ausbaut oder ihre Stoffsammlungen aufhäuft,s °ndern daßsie Einbrüche ganz neuer Lebensmächte in die wohlumfrie-digten Bezirke traditioneller Wissenschaft bezeichnen". Einen solchenEinbruch in den Bereich der gesamten philologischen wie philosophischen*»atonforschung bezeichnet das Werk von Heinrich Friedemann,Piaton,Se ine Gestalt", das am Ende des Jahres 1914 mitten in den Wirren desKrieges im Kreis der Blätter erschien. Friedemann pflanzte damit ein Bild^'atons auf, an dem im geistigen Deutschland keiner mehr vorübergehen^nnte, ohne von ihm die Richtung oder Gegenrichtung zu nehmen. Vonnu « an gibt es eine Piatonsicht vor und nach seinem Werke, ob man ese 1nt oder feig verschweigt.

Der am Rhein erwachsene Thüringer studierte in der Natorp-Schule zu

Harburg die Philosophie, als ihn die Dichtung Georges ergriff und ihm

le Weisheit plötzlich statt eines logischen Knüpfwerks eine Welt von

Ia mmen wurde. Er näherte sich selbst mit Gedichten dem Dichterkreise,

n d als er mit eignen Augen den lebenden platonischen Führer sah, er-

° ri ff ihn die wahre Gestalt des griechischen Führers und trieb den Jugend-

lc hen mit dem Einsatz seiner ganzen Kräftedie schon von Aristoteles

^ s choltene Spaltung und Doppelheit der platonischen Welt im Sinne des

Esters zu schließen, den Weg nachzugehen, der von der Idee als Hypo-

e se zur Idee als unwandelbarem Eigenwesen führt und uns bei der Deu-

Un g von den beiden Urkräften griechischen Lebens tragen zu lassen:

| a stik und Kult." Von diesen Blickpunkten her sah er Piaton wieder als

»Idner der adlig-schönen Menschen und leitete die Aufmerksamkeit vom

e grifflichen auf ein Lebensmäßiges bei ihm: die Verewigung der Gestalt

es Sokrates als des göttlichen Lehrers. Denn Friedemann hatte im Kreis

. er Blätter gelernt, daßdem griechischen Geiste nachzugehen nur den-

^igen gegeben ist, die auf Winckelmanns, Hölderlins und Nietzsches

, e gen das griechische Leben ohne rationelle Vordeutung und in un-

efa «gener Ehrfurcht mit verwandtem Atem begleiten". Seine orphisch-

^ Un kl e Sprache sucht mit jedem logischen Teilproblem zugleich den gan-

n blühenden Kosmos Piatons zu umgreifen. Aber wer nie wie er das Glück

"hlt hat, das Geistig-Ganze einer werdenden Welt vor seinem Blicke

r 8la nzen zu sehen und sie in jugendlichem Sturme zu durchfahren, steht

Uos vor den Siegeln dieses Werkes, das die Schau des großen Grie-

en am Traum des gegenwärtigen Meisters erscheinen läßt und eben

^. mi * ihre Wahrheit am reinsten spiegelt. Friedemann vergaß aber auf

j^ e . Sem Wege nicht den Dank gegen das was er verließ, und es ist der zarte

** seines Buches, daß neben dem Sturm, der seine glühende Prosa durch-

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