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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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schaft. Ist das Sichtbarwerden der Freunde im RING, im STERN und denFolgen mochte auch die allzersetzende Zeit den Schutz verschwiegenerNamen nötig machen etwas anderes als in den Gesprächen Piatons dasAuftreten lebender Athener, die oft nur durch eine zarte Geste des Ei°"gangs in eine Vergangenheit von wenigen Jahren gerückt und freih c11dann durch höhere Kunst in eine sagenhafte Luft entrückt waren? Waslag vor solcher Einheit des Geschehens noch am alten Streit um die Wc f "tung der Kunst oder Philosophie bei Piaton! Er hatte den höheren LebenS'gehalt vor den Dichtern seiner Zeit voraus, er sah in den erschöpften Fof"men der Dichtkunst, von der er ausgegangen war, kein Mittel das %sagen und zu wirken, was seinen Geist bewegte. Er fand es aber in devon Philosophen und Sophisten, Staats- und Rechtsrednern geschulten unin der hohen Gesellschaft geschmeidigten attischen Unterhaltungssprache-Dieser Sprache, die jeder zarten und starken Biegung seines großen W»"lens folgte, konnte er all das Verführerische entlocken, um die von staats-zerstörenden Einzeltrieben und schweifenden Wissensgierden schon er-griffene, von den großen Dichtern nicht mehr gebändigte Jugend Athenseinen Weg zur schönen Zucht, zu edlem Sein und Verhalten hinz u 'führen. Sein Mittel umfaßte nicht mehr die ganze dichterische Urkrat iKlang und Maß und Sinn, er baute aus dem Sinngehalt der Sprache, dadem Denker wenn nicht einziges so doch wesentliches Element ist, seiwunderbares Spiel von Frage und Antwort. Daher mußte die Schönhenicht mehr in der Gestaltung sondern in der Schauung, nicht mehrMaß- und Tonbild sondern im Denkbild liegen: in der Idee. Die Beschrakung des sprachlichen Mittels deutete an, daß die Fülle der Leiblichke»im Schwinden war, deutete von fern das Reich der Seele an, aber in Pl atwar Seele noch Sinn des Leibes wie Denken Sinn der Sprache und seWunder war: daß er dem Leib in der Seele eine neue geheiligte Migab, um die ihre flüchtenden Kräfte sich wieder ballen konnten. Die Li«zur Schönheit wurde so Weg der Seele von der leiblichen bis zur AU seund wieder zurück zu jener: Leib und Welt wurden vom gleichen Schönerfüllt und der Gott zur ewiggleichen Zeugung des Schönen im Schöngedrängt.

Der Dichter war nach Jahrtausenden den umgekehrten Weg geganger hatte die erdeflüchtige ermüdete, gemarterte Seele, hatte die ins AH zflatterten göttlichen Kräfte wieder heimgeholt und ihnen im geheiligLeibe eine neue Mitte gegeben. Aber am Wunder Piatons orientiertedas Schauern und Erstaunen seiner Gefährten vor dem neuen W" n .als das was durch die Gedichte langsam in ihnen wuchs plötzlich mitUnbedingtheit eines Götterspruches vor ihnen stand:Der leib ist der g°428