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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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dichterische Wort bewegt, ist als ortgebundene Sprache bei seiner Bild-y nd Klangwerdung an das Blut eines Stammes und an Boden und Lufte 'nes Landes, an einNationelles" wie Hölderlin sagt, nicht aber wie der"Logos" an ein Allgemeines, Übervölkisches oder gar Überirdisches ge-hüpft. Sie muß sich also bei ihrer Vollendung im besonderen als ihremn °twendigen Wesen im bestimmten Volk und Staat darstellen. Dashe 'ßt, an dieser Wendestunde, wo die Ordnung des Logos erschöpft zu-Sa mmensinkt, kann nur der Dichter der Gründer einer Gemeinschaft unddamit der Schöpfer eines Volkes sein: Volk nicht als Masse verstanden,s °ndern als ein aus dem Geiste geborenes durchgestaltetes Gewächs, dasln all seinen Stufen vom Gotte bewohnt und durchwaltet ist. Hier mag^an die Wurzel dessen suchen was in beiden Dichtern heidnisch ist, eingegebenes, für welches das Christliche nur den weitesten und zeitnäch-en Gegensatz bedeutet.

Als höchstenationeile" Erscheinung eines Volkes betrachten Hölder-

* wie George mit all unseren Großen die Griechen. Es erübrigt sich noch-

a ls, die törichte Meinung zurückzuweisen, als ob sie damit eine Nach-

htnung der Griechen oder eine Rückkehr zur Antike verkündet hätten.

as Gemeinsame mit den Griechen liegt im Ursprung und der notwen-

'Sen Geburt dieser Grundform der Gottheit, das Unterscheidende in Ort

n d Zeit und Stamm, so daß wir nach Hölderlins Worten auch nicht

^as im besonderen mit jenen gemeinsam haben dürfen. Wenn etwa die

rie chen die Vorstellung eines vom staatlichen getrennten religiösen Kör-

ers oder gar das Unding eines von beiden getrennten religiösen Ichs

lc ht kannten, wenn ihnen Alltag und Festtag selber religiöses Geschehen

ar und fromm sein zugleich hieß Grieche sein und der beste Grieche

c n der frommste war, so würde das für unser Volk, falls wir eins hät-

n > lauten: fromm sein heißt Deutscher sein und der beste Deutsche ist

c n der frommste Deutsche. Jene tiefere Verwandtschaft des Ursprungs,

w ir freilich mit keinem anderen modernen Volke teilen, bedingt ge-

e für Hölderlin ein Wissen um das Unterschiedensein der Anlagen bei-

r v Ölker, damit der Bildner und Erzieher nicht in die Irre gehe. Denn

y nn die Natur des Griechen den leidenschaftlichen Trieb, das heilige

""schwenden und die feurige Begier bis zur Maßlosigkeit besaß, so for-

rte dies von ihm, sich darzustellen im klaren Maß, in nüchterner Geistes-

ScK enWart und vernünftiger Fassung, wenn dagegen die Natur des Deut-

U en de r peinlichen Ordnung, der kalten Nüchternheit, der trocknen Sach-

{q ke »t und dumpfen Gefaßtheit bis zur Schicksallosigkeit sich zuneigt, so

tr « ert dies von ihm sich dar z ustellen in leidenschaftlicher Schönheit,

en der Schnellkraft, wacher Erregtheit und schicksalsfrohem Wag-

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