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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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ler Nüchternheit drückt sich in jedem Dichtwerk bis in die gegeneinanderwirkenden Rhythmen und Klänge, bis in die Mit- und Gegenläufe derSinngehalte aus, durch welche der Bau des gesamten wie des einzelnenGedichtes beherrscht und erst im Gleichmaß erhalten wird. Man hat diesdas Religiöse in der Lyrik der beiden Dichter oder die Kunst als Religi° ngenannt, um damit die höchste erdenkliche Sphäre zu bezeichnen, in ° erihre Gedichte schwingen, uns erscheint es als die Neugeburt des Lebens»der Erde und des Menschen aus dem erschütterten Geiste der große 0Dichter. Wir begreifen von dort aus die Gleichläufigkeit ihrer Stellung zUihrer Umwelt. Sie empfanden den unheilbaren Riß zwischen ihrer Wel 'schau und der ihrer Zeit mit derselben Wucht: den Riß, der auch schonbei Hölderlin bis in den Grund der ganzen Ordnung ging und noch * ndem Bau Goethes wie ein Blitz hinabfuhr. Es war ein vollerer Schmerz»als der der besten Zeitgenossen über die Gegenwelt, weil er das ganzLeben des Menschen bedroht sah und den schwersten Kampf gegen dieFinsternisim Bunde mit dem heldenmütigen Sonnenlichte" aufnahm- *ist die Tapferkeit des Daseins selbst, die in diesen Dichtern Bild und Zei-chen wird, weil sie wissen, daß man es nicht als etwas Selbstgegebenes>voraussetzen darf, das nicht untergehen kann, sondern daß es als unsemenschliches Leben in stetem Kampfe liegt mit den Kräften der Zerstorung und nur die Bändigung der wilden zu Form und Gestaltung seinstets zu erneuernde Rettung ist.

Wir sahen sie auch darin eins, daß ihnen der Einzelne, sich unfrucnbar Vereinzelnde, der sich aus dem Ganzen löst, der ärgste und furchbarste Feind deucht. Denn diese Einsamen unter den Deutschen Holdelin wie George sind zugleich die strengen Forderer ihrer GemeinsamkeiBevor noch der Begriff des Volkes, fast bevor noch das Gefühl für oVaterland in neuer Prägung unter den Deutschen geboren wurde, hat Hderlin schon das Bild vom Volk und Vaterland weit über alle Patriote iFreiheitskämpfer und Staatsmänner des folgenden Jahrhunderts hinausdie Sterne gesetzt und mit allen Wundern seiner Liebe geschmückt. F relieh auch mit solcher Fernkraft seiner untrüglichen Sehnsucht ausgestatet, daß es zu erreichen weit anderes nottut als bürgerliche RevolutionVerfassungsstreite und Wirtschaftskämpfe: nämlich die Schaffungschönen adligen Menschen und Volkes. Denn unter den Rätseln, weicdie Zeiten überspannende Einheit des heutigen Künders und seines v °läufers uns aufgibt, ist es vielleicht das tiefste von allen, daß beide inZeugung des schönen auch die Geburt des heldischen Lebens sahen,

ihnen das Gedicht die eherne Wiege der Helden ist und erst die Gernej^scha

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schaft der Dichter das neue Volk verbürgt. Die Weltkraft, welche