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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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schaffen, den ewigen Vorgang des Lebens im irdischen Kunstwerk zuv ollenden, das göttliche Feuer nicht nur zu ahnen sondern auch wie denBlitz vom Himmel zu holen und ins dichterische Wort gebannt zu denMenschen zu bringen. So wird das dichterische Schaffen ihnen KampfUn d Einung mit der Gottheit, wird Raub und Empfängnis des von ihr Ver-hüllten, Frevel und Offenbarung an ihrem Geheimnis und das höchste«tat des Menschen, dessen Verwaltung den Einsatz des ganzen Daseinsfordert. Dichten ist ihnen die Geburt des Gottes im Wort, ist dem Unfaß-llc hen Namen geben. Das Undurchdringliche nennen, bedeutet ihnen dasfrömmste und gefährlichste Tun, erfordert die schwerste Verantwortungün d das kühnste Spiel. Was wir an beiden Dichtern bewundern, den Wan-del der Formen in bestimmten Kreisabläufen, die Neuschöpfung der Töne,Qle sich nie wiederholen und nie ein früheres Gefäß mit neuem Gehalteu "en, beruht in diesem äußersten Ernst ihres Amtes. Wenn der reine TonWer ursprünglichen Empfindung, so drückt es Hölderlin einmal gedank-lc h aus, den Dichter ergreift, so ist seine Welt ihmebenso neu und un-e kannt: die Summe aller seiner Erfahrungen, seines Wissens, seines An-Sc hauens, seines Gedenkens, Kunst und Natur, wie sie in ihm und außerhln sich darstellt, alles ist wie zum ersten Male, eben deswegen unbe-«> r iffen unbestimmt, in lauter Stoff und Leben aufgelöst ihm gegenwärtign d es ist vorzüglich wichtig, daß er in diesem Augenblicke nichts als ge-lben annehme, von nichts Positivem ausgehe, daß die Natur und Kunst

Sa

° Wie er sie früher gelernt hat und sieht, nicht eher spreche, ehe für

nn eine Sprache da ist, das heißt ehe das jetzt Unbekannte und Unge-

an nte in seiner Welt eben dadurch für ihn bekannt und namhaft wird,

a ß es mit seiner Stimmung verglichen und als übereinstimmend erfun-

den worden ist".

Diese Übereinstimmung, diese tiefste Innigkeit der dichterischen Seelen-

evve gung mit den Mächten des Alls, die in dieser Erschütterung schwin-

^f n > gebiert die heiligen Siegel und Zeichen des unendlichen Lebens und

le se sind die Eroberungen, die Sternensaaten im finstern Raum des Na-

e «losen, die tönenden Harfen im Schweigen der Nacht. Dies ist es was

°lderli n schon im Hyperion und deutlicher in seinen Hymnen, George

ch °n in seiner ersten Frühhymne und immer deutlicher zum STERN DES

NDES hin verkündet: Die Selbst-Verjüngung des göttlichen Menschen,

r in der Schönheit sich selber in seiner ewigen Wesenheit sehen will

n d sie sich gegenüberstellt als seine Götter.Ich spreche Mysterien",

a Sen wir mit Hölderlin,aber sie sind".

w ir möchten kein Ende finden, dieseSprachen des Himmels zu deuten

® 2 u singen", denn jene Mischung von trunkner Begeisterung und hel-

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