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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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"er konnte der frühe Seher erst ganz erfaßt, sein Eigenstes und Unter-scheidendes gegenüber seinen großen Zeitgenossen, sein Wissen und seinSchicksal erst ganz gedeutet werden.

Im dritten Band derDeutschen Dichtung" vom Jahre 1902 hat Höl-derlin seine Stelle, sofern er mit Ode und Elegie noch innerhalb des Goe-"üschen Sprachraums klassische Gebilde schuf. Das Ebenmaß der Aus-wahl verbot, auch nur alles innerhalb dieser Grenze Wichtige aufzuneh-men. Die Herausgeber hielten absichtlich damit zurück, ihre Ahnung vom"Ölderlin jenseits dieser Grenzen zu äußern. Diesen Hölderlin ganz sicht-ar zu machen, bedurfte es äußerlich der Textfunde die damals noch nichtsetan waren, und innerlich des Augenblicks der vom gegenwärtigenchicksal aus die Weissagung verständlich machte. Nachdem beides ge-chehen war, wandelte sich das Bild Hölderlins in der Dichtergemeinschaft^r Blätter.

Nach Strecken langen Schweigens über ihn hatte die Wissenschaft der

e tzten vierzig Jahre sich viel mit Hölderlin beschäftigt. Aber erst durch

nr en feinsten und vorgerücktesten Vertreter: Wilhelm Dilthey nahm sie

nt eil an dem Wandel des Hölderlin-Bildes seine Studie aus dem Jahre

866 verspürte davon noch nichts. Als er 1906 in dem BucheDas Erlebnis

nc < die Dichtung" die bedeutendste Darstellung Hölderlins gab, die bei

er Einreihung seiner Gestalt in das Jahrhundert und den Machtbereich

es Goetheschen Geistes denkbar war, kannte Dilthey die Dichtungen

eorge S und diesen persönlich schon seit mehreren Jahren: er hatte einige

Spräche über Dichtung mit ihm geführt, ihn auch eigne Gedichte lesen

° re n und war bei einer Lesung desGoethespruches" erschreckt vor die-

111 neuen Bilde Goethes zurückgewichen. Damals fügte er seinen frühe-

en Studien über die Klassik die neue über Hölderlin hinzu. Der erste Satz

le ser Studie:Es ist ein alter Glaube, daß in unberührten Seelen die Göt-

r s ich kundtun und die Zukunft der Dinge offenbaren", sagt uns, daß der

rte Spürsinn dieses Gelehrten mehr erahnte als sein vergleichender For-

. "ersinn dann im Verlauf der Darstellung erschließen konnte. Schon um-

Sse nder äußerte sich im nächsten Jahre (1907) in einem kurzen Aufsatz

r "Beweging" Albert Verwey über Hölderlin. Hier sprach zum ersten-

. al ein Dichter über den Dichter, den er in der Jugend schon geliebt, der

^ dann entschwunden war und den ihm nun, wie er erzählt, in diesen

j, en seine deutschen Freunde wieder näherrückten. Hatte er früher von

111 d as alte Bild des romantischen Träumers gehabt, bei dem seine Weh-

z Ut Befriedigung fand, ein Bild, zu dem auch Dilthey trotz aller Ansätze

^ höherer Deutung der Erscheinung immer wieder zurückkehrte, so

^nte Verwey nun Hölderlin den Vorgänger der neuen Dichter, den

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