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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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frommen Feierer der Liebe und Schönheit, der in den Künstlern den Drangnach Vergöttlichung erweckte und der zuerst die neue Aufgabe stellte, m egriechische und christliche Frömmigkeit zum Einklang zu bringen. Er Hihm Mitbesitzer der Schöpfungskraft der Natur, der einen neuen Gottes-staat des Schönen stiften, er ist ihm liebend und leidend ein Freund desVaterlands, der eine neue Gemeinschaft von freien erhabenen Menschengründen will, unter denen der Dichter König ist.

So klingt der erste Mit- und Widerhall dessen was George mit den Näch-sten in ihm sah und lebte. Denn hier unter den deutschen Dichtern wurdeHölderlin zunächst nicht Gegenstand der Forschung sondern einer begei-sterten Liebe: sie sahen in ihm wie er geweissagt hatte, einen der Ihren, s» eließen seine erhabenen Gesänge auf all ihren Feiern im neuen Ton wied erlaut werden, sie drangen mit aller Inbrunst in die dunklen Geheimnisseseines Schaffens ein und wallfahrten zu seinem Grabe, um mit ehrendenHänden die Erde zu schmücken, die seine Asche birgt. Es war ein glück-liches Geschenk des Himmels, daß unter ihnen auch ein forschender Ge» svon der gleichen Liebe ergriffen seine ganze Kraft der Ordnung und ***gründung der schriftlichen Hinterlassenschaft Hölderlins widmete unmit dem Eifer und der Ehrfurcht eines Jüngers jeder Spur einer Erinnerung und der Aufhellung jedes Buchstabens nachging, um auch daKleinste vom fast schon verschollenen und sorglos zerstreuten Erberetten. Norbert von Hellingrath aus bayrischem Geschlechte stamme 0war eine grüblerische Natur, mehr Denker als Dichter, mehr Einsiedler atathafter Mensch, aber von jenem stillen Feuer der Liebe, das sich im elmal Ergriffenen ganz verzehrt, das die kleinste Arbeit wie die tiefste B* 1sieht aus dem Hauch der Begeisterung nährt und auch seine eckigen eig ewilligen Züge schön durchglühte. Er begnügte sich nicht, den NachHölderlins in den Archiven und Büchereien zu durchforschen, sondefolgte all seinen Wegen nach, suchte alle Orte zwischen Jena und ddeaux, Driburg und Hauptwyl auf, um den Duft der Landschaft zu atrflwo Hölderlin geweilt hatte. Nur so gelang ihm das bisher Unbekannteerfassen, das Unlesbare zu entziffern und noch bevor die öffentlich»etwas davon ahnte, den Freunden die Pindarübertragungen und die unkannten Hymnen Hölderlins mitzuteilen, die ihnen als WeissagungBestätigung eignen Glaubens und Lebens erschienen.

Wir erwähnten schon, daß die Pindarübertragungen in der neunFolge und bald darauf in einem Sonderdruck der Blätter für die Kunst vöffentlicht wurden. Im gleichen Jahre 1910 nahm die zweite AusgabeJahrhundert Goethes" die erste große SpäthymneWie wenn am F eltage" auf, im folgenden Jahre erschien Gundolfs Heidelberger Antn*

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